Der Fotoreporter Bob versucht auf der niederländischen Ferieninsel Texel ein furchtbares Kriegserlebnis zu vergessen und gerät unversehens in eine gefährliche Liebesaffäre.
Nachdem der Fotoreporter Bob Griffionen (Waldemar Torenstra) seine Freundin bei einem tödlichen Zwischenfall in Afghanistan verloren hat, sucht er einen Ort, um Ruhe und neuen Lebensmut zu schöpfen. Sein neuester Auftrag führt ihn auf die idyllische Ferieninsel Texel, wo er für das Hochglanzmagazin National Geographic die lokale Flora und Fauna ablichten soll. Als er eines Tages am Strand die hübsche Badenixe Kathleen (Sophie Hilbrand) kennen lernt, ist es um ihn geschehen.
Fasziniert folgt er der ebenso sinnlichen wie selbstbewussten Frau und stellt schon bald fest, dass seine neue Flamme in einer schicken Szenedisko arbeitet und mit ihrem Boss (Johan Leysen) ganz offensichtlich ein Verhältnis hat. Dieser reagiert denn auch sehr ungehalten auf Bobs Anwesenheit und lässt den forschen Verehrer kurzerhand von seinen Bodyguards entfernen.
Ein ziemlich nasses Vergnügen für den verärgerten Fotografen, doch er findet Trost bei dem freundlichen Fremden Federico (Jeroen Willems), der seine Abneigung auf den alternden Disko-Besitzer zu teilen scheint.
Aber auch Kathleen scheint den netten Neuankömmling sympathisch zu finden, denn am nächsten Tag taucht sie unerwartet in seiner Ferienbehausung auf und verführt den verdutzten Mann. Nur ein erotisches Spiel oder steckt mehr hinter diesem Annäherungsversuch?
Schon bald muss Bob entdecken, dass Sophies eifersüchtiger Lover in Drogengeschäfte verwickelt ist und seine Freundin als Lockvogel und Ablenkungsmanöver für gefährliche Schmuggelaktionen am Strand missbraucht. Doch inwieweit ist die schöne Badenixe selbst in die gefährlichen Geschäfte verwickelt? Kann er der Frau trauen, in die er sich Hals über Kopf zu verlieben droht?
Körperschemen am Strand, Luftspiegelungen über dem Meer, Regisseurin Monique van de Ven inszeniert in ihrem Spielfilmdebüt ein elegantes Krimi-Vexierspiel um die Lust der Verführung und die Kunst der Täuschung. Dabei bedient sie sich augenzwinkernd bei einem Film-Klassiker wie "Blow Up" und fordert dazu auf, hinter die Vordergründigkeit der Bilder und Gesten zu blicken. Das Ergebnis: Ein federleichtes Krimivergnügen für eine heiße Sommernacht.
Monique van de Ven arbeitete zunächst als Schauspielerin und startete ihre Karriere im Alter von 19 Jahren mit einer Hauptrolle in dem Paul-Verhoeven-Film "Türkische Früchte". Danach arbeitete sie für zahlreiche weitere niederländische Filmproduktionen, erhielt viele Auszeichnungen, darunter den höchsten Filmpreis Hollands, und wurde bei einer Publikumsbefragung im Jahr 2000 zur besten niederländischen Schauspielerin des Jahrhunderts gewählt.
Während eines Aufenthalts in Los Angeles belegte sie dann Regiekurse an der berühmten UCLA und inszenierte danach Fernsehfilme, Serien und Dokumentationen. Für ihr Kinodebüt wählte sie eine Kurzgeschichte ihres 2007 gestorbenen Freundes Jan Wolkers, der zu den wichtigsten niederländischen Schriftstellern zählt. Kein anderer Autor dieses Landes stand so häufig Pate für eine Verfilmung wie dieses Multitalent, das neben dem Schreiben auch erfolgreich als Maler und Bildhauer arbeitete.
Von ihm stammt auch die Romanvorlage zu "Türkische Früchte". Warum die Regisseurin sich gerade die Erzählung "Zomerhitte", so der Originaltitel, für ihr Debüt aussuchte, begründet sie folgendermaßen: "Es ist die ultimative Liebesgeschichte. Die ganze Story ist meiner Meinung nach eine Metapher für den einen göttlichen Moment, in dem dich die Liebe trifft wie ein Schlag. Die Verwirrung, das Chaos, die Angst, die Aufregung, die Sehnsucht, das Misstrauen, die Eifersucht, der Hass - all diese Gefühle entzünden sich an diesem einen Moment."
Sendelänge 88 Minuten



