Der Gelegenheitsgauner Thomas Jefferson Johnson (Eddie Murphy) betreibt in Florida ein blühendes Geschäft: Telefonsex mit anschließender Erpressung. Besonders abgesehen hat er es auf die reichen und einflussreichen Politiker, die den Löwenanteil seiner Kundschaft ausmachen. Bei ihnen sahnt er nicht nur kräftig ab, sondern erfährt auch, wie man mit einer guten Portion Zynismus Millionen in die eigene Tasche wirtschaften kann.
Besessen von der Idee Politiker zu werden, ergreift er, als der langjährige Abgeordnete Jeff Johnson (James Garner) das Zeitliche segnet, die Gelegenheit beim Schopf und kandidiert mit demselben Namen für einen einflussreichen Posten im Weißen Haus. Prompt sammelt er die Stimmen sämtlicher Gewohnheitswähler Floridas und wird nach Washington geschickt.
Thomas hat es geschafft und stürzt sich mit Verve in die Regierungsgeschäfte, in denen ein Ehrenwort bekanntlich nichts gilt. Der Weg an die Pfründe wird dem aufstrebenden jungen Abgeordneten durch den ebenso erfahrenen wie korrupten Altsenator Dick Dodge (Lane Smith) geebnet. Unterstützung in der profitablen Amtsausübung erfährt er auch durch seine alten Gaunerkumpels Miss Loretta (Sheryl Lee Ralph) und Armando (Victor Rivers).
Alles läuft nach Plan, bis er die bezaubernde Celia Kirby (Victoria Rowell) trifft, eine junge Frau, die nicht nur intelligent und schön, sondern auch moralisch integer ist. Außerdem ist sie die Nichte von Reverend Elijah Hawkins (Charles S. Dutton), eines über jeden ethischen Zweifel erhabenen Abgeordneten im Kongress, eines Unikums also in der politischen Landschaft Washingtons. Keiner der Parlamentskollegen wird so recht warm mit diesem bizarren Geschöpf, und es wird viel darüber spekuliert, wie Hawkins wohl an die Gelder für seinen nächsten Wahlkampf heranzukommen gedenkt. Thomas jedenfalls ist am Ziel seiner Träume, doch dann begegnet ihm die Mutter eines krebskranken Kindes. Die Schule der kleinen Tochter war auf billigem Land unter Überlandleitungen von Starkstrom gebaut worden, ein Umstand, der bei einigen Schülern Krebs ausgelöst hat. Thomas, der gerade im Begriff war, eine nicht unbedeutende Zuwendung der Energieunternehmer seines Wahlbezirks auf sein eigenes Konto umzuorganisieren, entdeckt plötzlich sein Gewissen und nimmt den Kampf gegen Korruption und politisches Kalkül auf.
"Ein ehrenwerter Gentleman" ist eine beißende Politsatire, die mit fragwürdigem Wahlverhalten, politischem Zynismus, Korruption und unverantwortlicher Selbstbereicherung schonungslos ins Gericht geht. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, attackiert sie die Verlogenheit der so genannten "feinen Gesellschaft" und ihre doppelbödige Moral.
Allroundtalent Eddie Murphy brilliert in der Rolle des am Ende geläuterten Oberzynikers Thomas Jefferson Johnson. Mit seinen Megahits "Beverly Hills Cop" (1 und 2) hat er bereits in den 80er Jahren Weltruhm erlangt.
Sendelänge 102 Minuten



