Special Olympics in München
Weit mehr als Teilhabe und Miteinander
VideoVideo Eröffnung
VideoDribbeln und Körbe werfen
von Ralf LorenzenVierzig Jahre nach den Olympischen Sommerspielen kehrt der olympische Geist nach München zurück. 5000 Athleten mit geistiger Behinderung messen sich in 19 Sportarten – und bereichern ein paar Tage das Münchner Alltagsleben.Hunderte Helfer im Münchner Olympiapark hatten Samstagnacht nicht viel Zeit, mit dem FC Bayern München zu trauern. In nicht einmal zwei Tagen mussten sie dort, wo die UEFA das große Fanfest mit Public Viewing veranstaltet hatte, die nächste Großveranstaltung aus dem Boden stampfen. Schöne Kontraste
"Wir haben große Herausforderungen zu stemmen", sagt Sven Albrecht, Geschäftsführer von Special Olympics Deutschland. "Aber das sind zwei schöne Kontraste. Auf der einen Seite der Leistungssport, wo das Siegen im Mittelpunkt steht. Und auf der anderen die Special Olympics - das ist weit mehr Teilhabe, Inklusion, Miteinander."Seit Monaten bereiten sich in der ganzen Republik Athleten mit geistigen Handicaps auf ihren Saisonhöhepunkt vor. Die Bowler der Göltzschtalwerkstätten der Diakonie in Rebesgrün, die Schwimmer des Integrativen Sportverein SG-Handicap Nördlingen oder die Basketballer der Lebenshilfe Amberg.Große Vorfreude"Ich freue mich auch sehr auf die Stadt München die ich das erste Mal sehe. Freue mich dort Gast zu sein. Wir kommen mit acht Kleinbussen und sind sehr gespannt“, schreibt Daniela Huhn, Kickerin bei "Frau am Ball Berlin" in ihrem Online-Tagebuch auf www.specialolympics.de."Das ist immer ein ganz großes Erlebnis", freut sich auch Sandra Heinichen, die die Schwimmer, Leichtathleten und Tischtennisspieler der Glücksstädter Werkstätten in zwei Kleinbussen nach München begleitet und schon bei den Spielen in Karlsruhe und Bremen dabei war. "Die Eröffnungsfeier mit Einlauf der Fackelträger, die Spiele und natürlich die Abschlussfeier".Ab in die MitteDie Idee der Special Olympics entstand in den 60iger Jahren in den USA. Eunice Kennedy, eine Schwester des US-Präsidenten, veranstaltete als Unterstützung für ihre geistig behinderte Schwester Rose ein Tagescamp. Daraus wurden 1968 die ersten internationalen Spiele in Chicago. 1988 unterzeichnete das IOC die offizielle Anerkennung der Special Olympics und 1998 trafen sich erstmals deutsche Athleten in Stuttgart zu den National Games.
"Die Spiele sollen zeigen, dass behinderte Menschen nicht am Rande der Gesellschaft stehen, sondern mittendrin", sagt Hans Jürgen Schulke, der Präsident des deutschen Organisationskomitees. Ab heute werden nicht nur im Olympiapark, sondern auch in Münchens Mitte an den Straßenbahnhaltestellen oder am Imbissstand Menschen das Bild bestimmen, die sonst im Alltag wenig wahrgenommen werden. Die Olympische Idee lebt "Die Olympische Idee hat nirgendwo eine so ursprüngliche Bedeutung wie bei Special Olympics", sagt Dieter Eilts. Der Ehrenspielführer von Werder Bremen hat die letzten Special Olympics National Summer Games 2010 in Bremen nicht nur unterstützt, sondern aktiv miterlebt.Neben den sportlichen Wettbewerben erwartet die Athleten und Gäste ein umfangreiches und buntes Rahmenprogramm. "Wir wollen die gesamte Bevölkerung in München involvieren", sagt Geschäftsführer Sven Albrecht. "Insbesondere können Kinder und Jugendliche bei dem wettbewerbsfreien Angebot ganz ungezwungen in Kontakt miteinander kommen und Verständnis füreinander gewinnen.Hymne auf deutschDazu gehört auch, dass zahlreiche ehrenamtliche Helfer aus dem medizinischen Bereich beim Präventionsprogramm Healthy Athletes Berührungsängste im Umgang mit behinderten Menschen ablegen. "Das ist gelebte Inklusion", so Albrecht.Sinnbildlich für den besonderen Geist der Special Olympics ist auch die Hymne, die gestern Abend bei der Eröffnung das allererste Mal auf deutsch gesungen wurde: "Ich gebe mein Bestes, volle Kraft voraus, ich hab keine Angst, und nichts hält mich auf."
ZITAT
„Die Olympische Idee hat nirgendwo eine so ursprüngliche Bedeutung wie bei Special Olympics”Dieter Eilts
ZITAT
„Die Spiele sollen zeigen, dass behinderte Menschen nicht am Rande der Gesellschaft stehen, sondern mittendrin”Hans Jürgen Schulke
Die Special Olympics
Wettbewerbssportarten:
Badminton, Basketball, Beach Volleyball, Boccia, Bowling, Fußball, Golf, Handball, Judo, Kanu, Kraftdreikampf, Leichtathletik, Radfahren, Reiten/Voltigierten, Roller Skating, Schwimmen, Tennis, Tischtennis, Volleyball.
Daten und Fakten:
5000 Athleten
1.500 Coaches
2.000 freiwillige Helfer
1.500 Familienangehörige
500 Offizielle + Organisationsteams der Sportarten
Wettbewerbssportarten:
Badminton, Basketball, Beach Volleyball, Boccia, Bowling, Fußball, Golf, Handball, Judo, Kanu, Kraftdreikampf, Leichtathletik, Radfahren, Reiten/Voltigierten, Roller Skating, Schwimmen, Tennis, Tischtennis, Volleyball.
Daten und Fakten:
5000 Athleten
1.500 Coaches
2.000 freiwillige Helfer
1.500 Familienangehörige
500 Offizielle + Organisationsteams der Sportarten



