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EM-Gruppe C: Kroatien gegen Italien 1:1

Italien wartet weiter auf ersten Sieg

  • Bilderserie Italien auch gegen Kroatien nur Remis
  • BilderserieItalien auch gegen Kroatien nur Remis
    Italien - Kroatien, 1:0 durch Pirlo / Quelle: dpa
    (14.06.2012)

    Kurzmeldung

    • 19:48 14.06.2012Kurzmeldung

      Kroatien auf Viertelfinalkurs 19:48 14.06.2012
      Kroatien hat durch ein 1:1 (0:1) gegen Italien gute Chancen auf das Erreichen des EM-Viertelfinales. Die Kroaten haben in Gruppe C nun vier Punkte auf dem Konto - Italien nur zwei. Die Italiener begannen stark, kamen zu einigen guten Chancen, ließen diese aber verstreichen. Erst durch einen Freistoß von Pirlo gelang die Führung. Nach dem Wechsel machten die Kroaten mehr, ohne jedoch zu Chancen zu kommen. Erst in 72.Minute tauchte Mandzukic vor Italiens Tor auf - und nutzte Kroatiens erste echte Gelegenheit eiskalt. Die Balkan-Kicker drängten noch auf den Sieg. Es blieb allerdings beim 1:1.

    • 20:28 14.06.2012Kurzmeldung

      Die Stimmen der Trainer 20:28 14.06.2012
      Cesare Prandelli (Italien): "Es war eine gute Gelegenheit, aus der wir zu wenig gemacht haben. Wir haben zu wenig gewagt. Aber die Mannschaft hat gezeigt, dass sie zusammenhält und ein gutes Gleichgewicht hat. Wir werden bis zuletzt kämpfen." Slaven Bilic (Kroatien): "Italien war in der ersten Hälfte besser und hatte die Führung verdient. In der Pause haben wir viele Dinge geändert, in der zweiten Hälfte waren wir dann viel besser. Von dieser Situation mit vier Punkten nach zwei Spielen haben wir geträumt. Das ist brillant."

    Italien-Kroatien: So haben sie gespielt

    Italien - Kroatien 1:1 (1:0)

    Italien:Buffon - Bonucci, De Rossi, Chiellini - Maggio, Marchisio, Pirlo, Thiago Motta (62. Montolivo), Giaccherini - Balotelli (69. Di Natale), Cassano (83. Giovinco)


    Kroatien: Pletikosa - Srna, Corluka, Schildenfeld, Strinic - Vukojevic, Modric - Rakitic, Perisic (68. Pranjic) - Jelavic (83. Eduardo), Mandzukic (90.+4 Kranjcar)

    Schiedsrichter: Webb (England)

    Zuschauer: 37.096

    Tore: 1:0 Pirlo (39.), 1:1 Mandzukic (72.)

    Gelbe Karten: Montolivo, Thiago Motta / Schildenfeld

    Mario Mandzukic - Topstürmer mit zwei Gesichtern

    von Daniel Mau

    Kroatiens Stürmer Mario Mandzukic erlebt in diesen Tagen ein Wechselbad aus Zu- und Abneigung. Während er in seiner Heimat für seinen Doppelpack bei der EM gegen Irland gefeiert wird, steht er bei seinem Klub VfL Wolfsburg vor dem Aus.

    Wer ist Mario Mandzukic? Diese Frage stellten sich viele Wolfsburger Fans, als der VfL im Sommer 2010 die Verpflichtung des Angreifers von Dinamo Zagreb für 7 Millionen Euro bekannt gab. Zwei Jahre später wissen die Anhänger der Wölfe immerhin, dass sie mit Mandzukic an seinen guten Tagen einen Stürmer der Extraklasse im Team haben. Das hat der Kroate bei der Europameisterschaft wieder eindrucksvoll bewiesen. Ansonsten gibt der 26-Jährige aber weiter Rätsel auf, präsentiert sich regelmäßig als Spieler mit zwei Gesichtern.

    Erster Verteidiger an der Mittellinie

    Im ersten EM-Gruppenspiel kam wieder das positive Gesicht des Angreifers zum Vorschein. Der Kroate zeigte sich kampf- und willensstark, spielerisch gut und nicht zuletzt torgefährlich. So kennt man ihn auch in Wolfsburg – zumindest phasenweise. Im VfL-Trikot hat Mandzukic ebenfalls schon starke Spiele abgeliefert.

    In solchen Partien haut sich der Stürmer ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit in jeden Zweikampf, ob in der Luft oder am Boden. Er ist im Angriff erster Verteidiger seiner Mannschaft und verhindert oft mit einer imposanten Grätsche an der Mittellinie den ersten Pass des Gegners in die eigene Hälfte. Und natürlich hat Mandzukic auch in Wolfsburg bereits wichtige Tore erzielt. Das war in dieser Saison so, aber vor allem in der davor, als der VfL bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg spielte.

    Nicht immer ein Musterprofi

    Deshalb ist Mandzukic auch in Wolfsburg ein Held. Allerdings einer, mit dem nicht jeder warm wird. Der Stürmer zeigt nämlich oft auch sein zweites Gesicht. Manchmal scheint er bereits nach wenigen Spielminuten keine Lust mehr auf Fußball zu haben. Wenn der erste Pass des Mitspielers nicht ankommt, ist Mandzukic oft so schnell beleidigt wie ein kleines Kind. Er reißt dann nur missmutig die Arme nach oben, um seinen Ärger kundzutun und lässt sich auf Diskussionen mit dem Schiedsrichter ein. Von seinem Einsatz, von dem sein Spiel so lebt, ist in solchen Partien nichts zu sehen.

    Hintergrund

    Fakten zu Mario Mandzukic

    - Geboren am 21. Mai 1986 in Slavonski Brod.

    - 1992 kam Mandzukic mit seinen Eltern als Kriegsflüchtling nach Deutschland und lebte bis zu seiner Rückkehr in die Heimat 1996 in Ditzingen.

    - Seinen Durchbruch schaffte Mario Mandzukic bei Dinamo Zagreb. Für Dinamo erzielte der Stürmer in drei Jahren 54 Ligatore und wurde dreimal in Folge kroatischer Meister. 

    - Im Sommer 2010 wechselte Mandzukic zum VfL Wolfsburg, konnte sich im ersten halben Jahr nicht durchsetzen. Erst nach der Rückkehr von Trainer Felix Magath blühte er auf.

    - Sein Debüt für die kroatische Nationalmannschaft gab am 17. November 2007 gegen Mazedonien.

    Auch im Training präsentiert sich der Kroate nicht immer als Musterprofi. Am Ende der Einheiten kommt es regelmäßig vor, dass er die Bälle, die die Jungprofis bereits zusammengesucht haben, wieder auseinander schießt, um einen nach dem anderen aufs Tor zu bolzen. Im Training zeigt Mandzukic oft eine Körpersprache, die Lustlosigkeit und Überheblichkeit vermuten lässt.

    Weder Häuptling noch Indianer

    Es ist keine Überraschung, dass Felix Magath, dessen kompromissloser Umgang mit schwierigen Charakteren bekannt ist, das nicht passt. Der Wolfsburger Trainer hat in den vergangenen Monaten regelmäßig darauf hingewiesen, dass ein Spieler mit Mandzukic' Fähigkeiten eigentlich eine andere Stellung im Team haben müsste. Doch der Kroate ist beim VfL weder Häuptling noch Indianer, sondern Solist, wenn auch häufig im Dienst der Mannschaft.

    Auch die geplatzten Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung haben dem Verhältnis von Stürmer und Trainer nicht gut getan. Genauso wenig wie die angeblichen Angebote aus England, die von Mandzukic' Beratern regelmäßig über die Medien lanciert werden.

    Magath würde Mandzukic gehen lassen

    Die EM will der Kroate nun auch zur Eigenwerbung nutzen. Mit jedem Treffer wird die Wahrscheinlichkeit größer, dass ein großer Klub anbeißt. Das würde auch Magath freuen. Er ist bereit, Mandzukic gehen zu lassen. Ihm zeigt der Stürmer zu selten sein positives Gesicht.

    14.06.2012
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