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Tour de France - Zwischenbilanz

Martin steigt aus, Wiggins dominiert

  • Tony Martin
  • Bilderserie Sie kamen, fuhren und siegten
  • Bilderserie Die Bilder der ersten Woche
  • Tony Martin / Quelle: dpa
    (10.07.2012 Quelle: dpa)
    BilderserieDie Etappensieger der 99. Tour de France
    tour de france cycling race stage 17 / Quelle: dpa

    Alle Etappensieger auf einen Blick.

    (15.07.2012)
    BilderserieDie Bilder der ersten Woche
    Fans der Tour de France / Quelle: ap

    Von Lüttich nach Paris: Bilder von der 99. Tour de France.

    (14.07.2012)

    Kurzmeldung

    • 10:18 10.07.2012Kurzmeldung

      Martin steigt bei Tour de France aus 10:18 10.07.2012
      Die Risiken sind zu groß, Erfolgsaussichten nicht vorhanden: Tony Martin hat seine verkorkste Tour de France wie erwartet vorzeitig abgebrochen. Seine Mutter holte ihn am Dienstag ab und fuhr den traurigen Filius mit dem Auto nach Hause. Nach einer Woche Schinderei mit gebrochener Hand will sich der Radprofi in Ruhe auf sein Jahresziel vorbereiten, das olympische Einzelzeitfahren am 1.August in London. "Es ist schwer für mich, jetzt auszusteigen und meine Teamkollegen bei ihrem Kampf alleinzulassen. Aber das ist die richtige Entscheidung", sagte Martin in einer Pressekonferenz.

    • 17:39 09.07.2012Kurzmeldung

      Wiggins baut seinen Vorsprung aus 17:39 09.07.2012
      Bradley Wiggins hat das erste große Einzelzeitfahren der diesjährigen Tour de France gewonnen und seine Führung in der Gesamtwertung ausgebaut. Der britische Radprofi setzte sich auf den 41,9 Kilometern von Arc-et-Senans nach Besancon vor seinem Landsmann und Teamkollegen Christopher Froome durch. Dritter wurde Fabian Cancellara aus der Schweiz. Wiggins verschaffte sich in der Gesamtwertung ein Zeitpolster von rund zwei Minuten auf Cadel Evans aus Australien, der im Zeitfahren Sechster wurde. Vor dem Ruhetag am Dienstag belegte Andreas Klöden als bester Deutscher Rang zehn.

    • 18:06 09.07.2012Kurzmeldung

      Martin durch Platten ausgebremst 18:06 09.07.2012
      Tony Martin bleibt bei der Tour de France vom Pech verfolgt. Nachdem sich der Zeitfahr-Weltmeister die letzten Tage mit einer gebrochenen Hand durch die Etappen gequält hatte, wurde er im ersten langen Zeitfahren von einem Reifenschaden gestoppt und am Ende nur Zwölfter. "Ich war auf dieses Rennen fokussiert, wollte definitiv um den Sieg fahren. Und dann passiert wieder so etwas", sagte ein frustrierter Martin. Schon beim Prolog hatte der 27-Jährige einen Platten, ehe er einen Tag später folgenschwer auf seine linke Hand stürzte.

    Aus Besancon berichtet Jonathan Sachse

    Als Bradley Wiggins über die Ziellinie in Besancon rollte, plauderte Shane Sutton bereits mit den ersten Journalisten. "Ich habe es genau so erwartet", sprach der Mentor des Briten. Der Sieg im Zeitfahren. Der ausgebaute Vorsprung in der Gesamtwertung. Das sei alles kein Zufall gewesen: "Die Vorbereitung war die wichtigste Zeit. Hier muss er nur noch seine Arbeit erledigen. Bis jetzt macht er das vernünftig."

     

    ZITAT
    Ich habe bereits für die nächsten 13 Nächte Hotels gebucht und es wird schwierig die Vorauszahlungen komplett zurückzuholen.
    Bradley Wiggins
    Spätestens der Sieg im Zeitfahren hat Bradley Wiggins zum Topfavoriten katapultiert. Sein engster Verfolger Cadel Evans, der Vorjahrssieger, liegt als Zweitplatzierter bereits 2 Minuten zurück. Dabei erreicht das Peloton erst ab Mittwoch das Hochgebirge. Doch bereits am ersten Ruhetag muss die Frage gestellt werden: Ist der Brite mit seinem starken Team SKY überhaupt schlagbar?

     

    "Das Ziel ist noch sehr weit entfernt", bremst der Mann im Gelben Trikot die vorzeitigen Gratulationsrufe. Die Route zum Gelben Trikot in Paris sei genau durchgeplant: "Ich habe bereits für die nächsten 13 Nächte Hotels gebucht und es wird schwierig die Vorauszahlungen komplett zurückzuholen."

     

    Die Sprinthierarchie neu sortiert

    Der Sprinter Andre Greipel sorgte in der ersten Tourwoche für die deutschen Glanzlichter. Zweimal konnte er sich auf den Flachetappen durchsetzen, gewann die Massensprints in Rouen und Saint-Quentin. Dabei profitierte er von der Strategie seines Team Lotto Belisol, was für diese Frankreichrundfahrt einen einstudierten Sprintzug um Greipel aufgebaut hat. "Wenn man bei der Tour de France mit seiner Mannschaft die Sprints bestimmen kann, dann heißt das schon was", meint Greipel. Fast ungläubig ergänzt er: "Dass wir hier bei der Tour so dominieren, hätte ich nicht gedacht."

     

    ZITAT
    Wenn man bei der Tour de France mit seiner Mannschaft die Sprints bestimmen kann, dann heißt das schon was
    Andre Greipel
    Sein größter Konkurrent in den Massensprints, der Brite Mark Cavendish, kann in diesem Jahr in seinem Team SKY auf keinen eigenen Express bauen. Den ersten Massensprint bei dieser Tour gewann er auch ohne Unterstützung seiner Teamkollegen. Danach begann Greipels Siegesserie.

     

    Gleich drei Siege erkämpfte sich der Slowake Peter Sagan. Kein Mann für die flachen Sprintfinals, aber ebenfalls mit enormer Endschnelligkeit ausgestattet. Das Grüne Trikot und drei Etappensiege, denen er jeweils seine eigene Note aufdrückte. Nicht nur sportlich. Mit ungewöhnlichen Jubelgesten steigerte Sagan nach jedem Sieg clever seinen Werbewert. Den Spott holte er sich bei vielen Kollegen ab, die seine Selbstdarstellung als Provokation auslegten.

     

    Massenstürze im Peloton, Deutsche mittendrin

    "Ich frage mich natürlich, warum ich so viel Pech habe. Immer wieder. Immer wieder", sprach ein Verzweifelter Tony Martin nach dem Zeitfahren in Besancon. Völlig erschöpft saß er auf dem Boden, hatte sich den einzigen Schattenfleck im Zielbereich gesucht. Wieder musste er von einem Reifenschaden berichten, der ihm alle Chancen auf einen Etappensieg raubte. Seine Pechsträhne begann beim Prolog in Lüttich, ebenfalls mit einem Platten. Einen Tag später stürzte Martin schwer, brach sich das Kahnbein. Danach quälte er sich eine Woche am Ende des Pelotons. Am ersten Ruhetag muss Martin die Tour de France ohne ein Erfolgserlebnis beenden. Bis zu den Olympischen Spielen bleibt kaum noch Zeit, um seine Verletzung in den Griff zu bekommen.

     
    ZITAT
    Jede Mannschaft hat seine eigenen Interessen. Sie wollen alle im Feld vorne fahren. Dann passieren Stürze
    Iwan Spekenbrink

    Die Stürze prägten auch in diesem Jahr die hektische erste Woche der Tour. Ein beispielloser Massensturz auf der 6. Etappe zwang ganze 13 Fahrer zur Aufgabe. Sieben weitere Fahrer mussten an anderen Tagen die Tour frühzeitig beenden.

     

    "Jede Mannschaft hat seine eigenen Interessen. Sie wollen alle im Feld vorne fahren. Dann passieren Stürze", versucht der Inhaber der Mannschaft Argo-Shimano Iwan Spekenbrink die hektische Fahrweise der Teams zu erklären. Mit Marcel Kittel und Johannes Fröhlinger waren auch zwei deutsche Fahrer seiner Equipe betroffen.

     

    Ab Mittwoch geht es ins Hochgebirge

    Das Gelbe Trikot könnte bei der 99. Tour de France nur einmal seinen Träger wechseln. Der Prologsieger Fabian Cancellara trug es die ersten sieben Tage, bevor Bradley Wiggins das Maillot Jaune an der ersten Bergankunft übernahm. Nach dem Ruhetag klettert das Peloton in den Alpen und das Team SKY möchte auch im Hochgebirge den Rennverlauf bestimmen.

     

    Ausfälle der Tour bisher

    9. Etappe: Tony Martin (Deutschland/Omega Pharma-Quick Step)

    8. Etappe: Johannes Fröhlinger (Gerolstein/Argos), Samuel Sanchez (Spanien/Euskaltel), Gorka Verdugo (Spanien/Euskaltel)

    7. Etappe: Ryder Hesjedal (Kanada/Garmin), Maarten Wynants (Niederlande/Rabobank), Oscar Freire (Spanien/Katjuscha), Hubert Dupont (Frankreich/Ag2r), Amets Txurruka (Spanien/Euskaltel), Jose Ivan Gutierrez (Spanien/Movistar), Imanol Erviti (Spanien/Movistar), Anthony Delaplace (Frankreich/Saur-Sojasun), Robert Hunter (Südafrika/Garmin)

    6. Etappe: Tom Danielson (USA/Garmin), Mikel Astarloza (Spanien/Euskaltel), Davide Vigano (Italien/Lampre) und Wout Poels (Niederlande/Vacansoleil) )

    5. Etappe: Marcel Kittel (Arnstadt/Argos)

    4. Etappe: Maarten Tjallingii (Niederlande/Rabobank)

    3. Etappe: Konstantin Siwzow (Weißrussland/Sky), Jose Joaquin Rojas (Spanien/Movistar)

    10.07.2012
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