Print Logo

merkzettel

Tour de France - David Millar

"Habe gezeigt, dass es auch sauber geht"

  • Millar gibt Interviews
  • Video Vierter Etappen-Sieg für die Briten
  • Bilderserie Sie kamen, fuhren und siegten
  • Miller gibt Interviews
    David Millar gibt Interviews
    (13.07.2012)
    VideoVierter Etappen-Sieg für die Briten

    "Mit uns wird bei Olympia zu rechnen sein", sagt David Millar, Sieger der 12. Tour-Etappe. Mit "uns" meint er das britische Team. Den Briten sind bei dieser Tour schon vier Etappensiege gelungen.

    (13.07.2012)
    BilderserieSie kamen, fuhren und siegten
    tour de france cycling race stage 17 / Quelle: dpa
    (15.07.2012)

    Kurzmeldung

    • 19:57 13.07.2012Kurzmeldung

      Millar: Es geht auch sauber 19:57 13.07.2012
      Seinem Sieg maß David Millar gleich im doppelten Sinn besondere Bedeutung zu. Als der Schotte nach seinem Erfolg auf der 12.Etappe der Tour de France wieder bei Puste war, richtete der 2004 des EPO-Dopings überführte und geständige Routinier einen flammenden Appell an die Radsport-Gemeinde: "Ich bin ein Ex-Doper! Aber heute habe ich gezeigt, dass es auch sauber geht. Die Dinge haben sich massiv verändert. Heute ist es möglich, sauber zu siegen!" Auf den Tag genau 45 Jahre nach dem Drogen-Tod seines Landsmannes Tom Simpson auf dem Mont Ventoux widmete Millar seinen Erfolg auch ihm.

    • 16:58 13.07.2012Kurzmeldung

      David Millar siegt in Annonay 16:58 13.07.2012
      Der schottische Radprofi David Millar vom Team Garmin-Sharp hat die 12.Etappe der Tour de France gewonnen. Millar setzte sich nach 226 km zwischen Sain-Jean-de-Maurienne und Annonay im Spurt einer fünfköpfigen Ausreißergruppe durch. Die Favoriten um den Gesamtführenden Bradley Wiggins (Großbritannien) verbrachten einen ruhigen Tag und kamen mit dem Hauptfeld ins Ziel. Wiggins liegt weiterhin 2:05 Minuten vor seinem Teamkollegen und Landsmann Christopher Froome. Die 13.Etappe führt am Samstag über 217 km von Saint-Paul-Trois-Chateaux nach Le Cap d'Agde.

    • 09:24 13.07.2012Kurzmeldung

      Tour-Aus für Petacchi und Gesink 09:24 13.07.2012
      Mit Alessandro Petacchi und Robert Gesink sind zwei prominente Fahrer aus der Tour de France ausgeschieden. Der italienische Sprintstar Petacchi vom Team Lampre hatte sich am Donnerstag auf dem elften Teilstück in der Abfahrt vom Col de la Croix de Fer bei einem Sturz verletzt und erreichte das Ziel erst nach Ablauf der Karenzzeit. "Möglicherweise hat er sich Rippenbrüche zugezogen", sagte Petacchis Teamarzt. Gesink zieht sich in Abstimmung mit der Leitung seines Rabobank-Teams zurück. Der Niederländer verlor am Donnerstag rund 29 Minuten und liegt in der Gesamtwertung aussichtslos zurück.

    Fans lassen sich Spaß nicht verderben

    von Jonathan Sachse, La Toussuire

    Drei Bergankünfte gibt es bei dieser Tour. Vogesen, Alpen, Pyrenäen - an jedem Schlussanstieg warten tausende Menschen auf die Ankunft der Fahrer. Doch das eigentliche Event findet vorher statt und erstreckt sich über 24 Stunden wie zum Beispiel in La Toussuire.

    Am Vorabend des Rennens wird es schon schwierig einen Platz zum Campen zu finden. Wohnmobile belegen jede Parkbucht auf den 18 Kilometern aufwärts zur Skistation La Toussuire. Wer einen Platz für sein Zelt sucht, steht vor einer noch größeren Herausforderung. Es existieren kaum ebene Flächen.

    ZITAT
    Er muss es probieren. Ja, er muss es probieren. Könnte aber ein Selbstmord werden
    Australische Fans zu Evans' Attacke

    Abenteuerspielplatz der Norweger

    Auf einer größeren Wiese - etwa zwei Kilometer vor dem Ziel - scheint es sich noch am besten zu liegen. Über 30 Zelte stehen hier dicht an dicht. Den Insassen steht eine abschüssige Nacht bevor. Auf dem Gipfel gibt es ein paar sanitäre Anlagen. Viele sparen sich den steilen Fußmarsch zur Toilette. Auf vieles wird verzichtet. Die Belohnung: Ein gigantischer Ausblick über die Alpenlandschaft.

    Die Norweger Christian und Gerdjan genießen das Panorama. Mit einem Bierchen stoßen sie auf ihren Urlaubsbeginn an. Ihre Familien übernachten unten im Dorf Saint-Jean-De-Maurienne. Die nächsten Stunden wollen sie "ein kleines Abenteuer" erleben. Über 4.000 Norweger sollen in diesem Jahr die Tour de France begleiten, erzählen sie. Ein optisches Übergewicht haben sie definitiv. Auf jedem Kilometer wehen die roten Flaggen mit dem blauweißen Kreuz.

    "Alle sind gedopt - außer den Schweizern"

    Beide Väter schauen sich ihre erste Tour de France vor Ort an. Am Fernseher verfolgen sie das Rennen schon seit Jahren. Sie erinnern sich an das Jahr 2006, als hier in La Toussuire ein gewisser Floyd Landis im Gelben Trikot komplett einbrach. Die Rundfahrt gewann der Amerikaner trotzdem – für ein paar Tage. Das Gelbe Trikot musste er wegen zu hoher Testosteronwerte kurz nach Tourende zurückgeben.

     

    Fans bei der Tour / Quelle: Jonathan Sachse

    TV schauen: Fans bei der Tour
    Quelle: Jonathan Sachse

    Auch hier in den Alpen wird viel über Doping diskutiert. "Alle sind gedopt. Außer den  Schweizern", behauptet ein junger Mann über seine Landesgenossen mit einem Augenzwinkern. Vor ein paar Jahren hat er seine Frau kennengelernt und lebt mittlerweile bei ihrer Familie in Dänemark. Kurz nach 9 Uhr sitzt die Familie zu siebt beim Frühstück. An ungedopte Spitzensportler glauben sie nicht. Hier am Berg spiele es für sie aber keine Rolle. Das Event rund um das Rennen zähle.

    "Wir wollen wissen, wie sich das anfühlt"

    Sie erzählen eine Geschichte, die ihren Umgang mit Doping exemplarisch verdeutlichen soll. Im dänischen Fernsehen kommentiert ein Trio die Tour de France. Ein Kulturexperte, ein Sportjournalist und ein ehemaliger Radprofi. Gegen den pensionierten  Profisportler existieren massive Dopingvorwürfe. "Ein ganzes Land weiß, dass er gedopt hat", meinen sie zu wissen. Bei dieser Frankreichrundfahrt machen sie sich einen Spaß daraus, indem sie bei jeder Etappe einen Spruch auf den Asphalt schreiben: "Rolf Sörensen er ren" oder auf deutsch "Rolf Sörensen ist sauber." Mit Humor begegnen sie dem Dopingproblem.

     

    Tagsüber füllt sich die Strecke immer mehr mit Menschen. Auf den letzten Kilometern stehen sie später in zwei Reihen. Für Autos ist die Straße schon lange gesperrt. Für den 18-km-Anstieg bleiben nur zwei Optionen: Zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Drei Männer aus Österreich haben sich das volle Programm gegeben. Die letzten 70 Kilometer der Originalstrecke, überwiegend bergauf, sind sie bereits am frühen Morgen geklettert und das aus einem Grund: "Wir wollen wissen, wie sich das anfühlt."

    Evans' Attacke verpufft

    Die Attacke von Cadel Evans am Col de la Croix de Fer bekommen zunächst nur wenige Fans mit. Stille Post. Erst nach ein paar Minuten hat sich die Nachricht rumgesprochen. "Er muss es probieren. Ja, er muss es probieren. Könnte aber ein Selbstmord werden", diskutieren zwei australische Fans, die im Kofferraum ihres PKWs sitzen und dem Radiokommentar lauschen.

    Evans bei der Tour / Quelle: Jonathan Sachse

    Cadel Evans attackiert
    Quelle: Jonathan Sachse

     

    Die Besitzer von Wohnmobilen mit Fernsehgeräten finden heute viele Freunde. Ganze Gruppen versammeln sich hier. Die Fahrer sind jetzt bereits am Schlussanstieg. "Wie viele Kilometer noch", wird gefragt. Die Helikopter kommen immer näher und mit ihnen die Fahrer. Weiter unten brüllen die ersten Fans. Wie eine Welle im Stadion zieht sich der Jubel bergauf. Noch zwei Motoräder, dann kommt der Führende.

    Sekunden-Glück

    Der Franzose Rolland zieht vorbei. Das ging schnell. Kurze Zeit später folgt die Gruppe mit dem Gelben Trikot. Wieder nur bleiben wenige Sekunden. Uns so geht es weiter. Selbst die Fahrer mit null Ambitionen für die Gesamtwertung fahren ein Tempo, das keiner der Hobbyfahrer beim morgendlichen Anstieg erreicht hat.

     

    Der Besenwagen fährt vorbei. Es wird kein Fahrer mehr folgen. Wer heute nicht mehr ins Tal muss, beginnt mit der "After-Race-Party". Das eigentliche Rennen sehen die Fans hier in La Toussuire nur wenige Minuten. Das Event am Berg zieht sich über mehrere Tage.

    13.07.2012
    1. Drucken
    2. Merken
    3. Versenden
    4. Teilen auf:

    Merkliste

    Papierkorb Bild
    Merkliste versenden Merkliste schließen

    Merkliste

    Merkliste versenden

    Versenden Sie Ihr Merkliste an Freunde.



     
    * Pflichtfelder  
    Datenschutz
    Das ZDF versichert, Ihre Daten entsprechend den datenschutzrechtlichen Bestimmungen vertraulich zu behandeln.
    Zurück zur Merkliste Absenden Button

    Merkliste

    Hinweis

    Die Merkliste wurde erfolgreich versendet.

    Zurück zur Merkliste Merkliste schließen