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Der Bundesliga-Ball "Torfabrik"

Viel Lärm um nichts?

von Florentin Bub


Seit der Saison 2010/2011 spielt die Bundesliga mit dem Einheitsball "Torfabrik". Neben dem klangvollen Namen bleibt bei jeder Neuauflage des Modells eines unverändert: Die Diskussionen um das Spielgerät. Der TSV Pilgerzell, eine Kreisoberliga-Mannschaft aus Osthessen, hat den Ball getestet.

Die Vorwürfe gegen neue Bälle klingen immer ähnlich: Zu klein, zu leicht, zu glatt, zu schnell und vor allem zu flatternd. So soll auch die "Torfabrik 2013" sein. Das beklagen zumindest einige Vertreter der Torwart-Zunft. Hannovers Ersatz-Torwart Markus Miller meckerte stellvertretend für seine Kollegen gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Die Dinger werden von Jahr zu Jahr ekliger." Die Feldspieler freuen sich indes auf die dritte Auflage des Einheitsballs. Nationalspieler André Schürrle von Bayer Leverkusen ist begeistert: "Er hat sehr gute Flugeigenschaften. Man kann ihn sehr gut berechnen."


Ball kann zur "Fackel" werden

Schuss

Der neue Ball im Test

Die Kicker des TSV Pilgerzell haben die neue "Torfabrik" im Training und in einem Testspiel unter die Lupe genommen - die Aufregung um den Ball können sie nur bedingt nachvollziehen. Während einige Feldspieler von Verbesserungen gegenüber dem Vorgängermodell sprechen, erkennen andere keine großen Unterschiede. Auch TSV-Torhüter Benjamin Borschel stimmt nicht ins Lamentieren der Profi-Kollegen ein. "Ich kann keine großen Veränderungen im Vergleich zur Torfabrik aus der letzten Saison erkennen. Weder bei den Flugeigenschaften, noch wenn ich selbst schieße." Innenverteidiger Michael Bott sieht das etwas anders: "Mir gefällt der Ball richtig gut. Die Oberfläche hat viel Grip, er ist leicht zu kontrollieren. Wenn man ihn richtig schießt, wird das eine Fackel."

Flugbahn ändert sich schon bei leichten Luftstößen
Die Beschleunigung ist neben der überarbeiteten Optik der zentrale Unterschied zum Vorgängermodell. Der Ball wirkt aerodynamischer und nimmt schon bei dosierten Torschüssen hohe Geschwindigkeiten auf. Ein stärkeres Flattern im Vergleich zum Vorjahresmodell haben die Hobby-Kicker aber nicht festgestellt. Jedoch eine hohe Windanfälligkeit. Schon bei kleineren Luftstößen verändert sich die Flugbahn des Balles. Dabei hat Hersteller Adidas nach eigenen Angaben kaum etwas verändert. Das Gewicht von 432 Gramm und der Umfang von 68,9 Zentimetern seien mit dem Vorgängermodell identisch. Lediglich Optik und Oberfläche sollen verändert worden sein.

Der neue Ball ist Gewöhnungssache

So schlecht finden die Kicker vom TSV Pilgerzell den Ball nicht.

Raphael Link, Distanzschuss-Experte von Pilgerzells Testspiel-Gegner, TSV Bachrain, sieht die Sache pragmatisch: "Der neue Ball ist schon gut. Allerdings müsste man öfter mit ihm trainieren und sich richtig daran gewöhnen." Genau dies tun die Profis. Sie arbeiten quasi täglich mit der neuen "Torfabrik" und haben in der Vorbereitung ausreichend Zeit, Flugeigenschaften, Geschwindigkeit und Oberflächenbeschaffenheit kennenzulernen. Und nicht alle Profi-Keeper flüchten sich schon im Vorhinein in Ausreden für Gegentore. Simon Jentzsch, Torwart des FC Augsburg, sagte der "Augsburger Allgemeinen": "Wichtig ist doch nur, dass ich meine Hand oder irgendein anderes Körperteil möglichst oft an den Ball bekomme und er so selten wie möglich hinter mir landet."


Auch die Spieler des TSV Pilgerzell sind sich einig: Spiele oder gar Meisterschaften wird die "Torfabrik 2013" sicherlich nicht entscheiden.

16.07.2012
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