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Tour de France 2012 - Bilanz

Britisches Team erobert Frankreich

  • Team Sky
  • Video Wiggins am Ziel seiner Träume
  • Video Voigt: "Ich glaube Fränk Schleck"
  • Team Sky

    Das britische Team Sky drückte der Tour 2012 seinen Stempel auf.

    (22.07.2012 Quelle: Imago)
    VideoVideo Paris

    Die Tour ist in Paris angekommen und der Gesamtsieg des Briten Bradley Wiggins steht unumstößlich fest. Der Tagessieg ging an Teamkollege und Landsmann Mark Cavendish.

    (22.07.2012)
    VideoVoigt: "Ich glaube Fränk Schleck"

    Jens Voigt ist der Dino bei der Tour de France. In Bezug auf den Dopingfall bei seinem Teamkollegen Fränk Schleck hat der Radioschack-Fahrer im ZDF-Interview gespaltene Gefühle.

    (21.07.2012)

    Kurzmeldung

    • 17:30 22.07.2012Kurzmeldung

      Wiggins gewinnt Tour de France 17:30 22.07.2012
      Radprofi Bradley Wiggins vom Team Sky hat als erster Brite die Tour de France gewonnen. Der 32-Jährige verteidigte auf der "Tour d'Honneur" nach Paris das Gelbe Trikot vor seinem Landsmann und Edelhelfer Christopher Froome. Gesamtdritter wurde der Italiener Vincenzo Nibali (Liquigas-Cannondale). Die Schlussetappe der 99.Frankreich- Rundfahrt über 120 km von Rambouillet auf die Champs-Elysees gewann der Brite Mark Cavendish (Sky). Der Slowake Peter Sagan (Liquigas-Cannondale) gewann als bester Sprinter das Grüne Trikot. Der Franzose Thomas Voeckler hatte sich das Trikot des besten Kletterers gesichert.

    • 17:45 21.07.2012Kurzmeldung

      Wiggins fährt in Gelb nach Paris 17:45 21.07.2012
      Radprofi Bradley Wiggins vom Team Sky hat auch das zweite lange Zeitfahren der 99.Tour de France gewonnen und ist damit nur noch 120 km vom ersten Gesamtsieg eines Briten entfernt. Der 32-Jährige setzte sich auf vorletzten Etappe über 53,5 km von Bonneval nach Chartres vor seinem Landsmann und Teamkollegen Christopher Froome durch, der in der Gesamtwertung jetzt 3:21 Minuten hinter Wiggins liegt. Dritter am Samstag wurde der Spanier Luis-Leon Sanchez (Radobank). Der Erfurter Patrick Gretsch (Argos-Shimano) belegte als bester Deutscher einen starken sechsten Platz.

    • 17:30 20.07.2012Kurzmeldung

      Auch B-Probe von Schleck positiv 17:30 20.07.2012
      Nach der A-Probe ist auch die B-Probe bei Radprofi Fränk Schleck positiv ausgefallen. Wie der Luxemburger selbst verkündete, wurde in dem Dopingtest erneut das Diuretikum Xipamid nachgewiesen. "Ich war Zeuge der Analyse der B-Probe", sagte Schleck, der wegen des Befundes von seinem Team RadioShack aus der Tour de France genommen worden war. Der Radprofi beteuert seine Unschuld. "Ich weiß, dass ich nichts falsch gemacht habe. Ich werde weiter versuchen, herauszufinden, wie diese Substanz in meinen Körper gelangt ist", wird er in der Luxemburger Tageszeitung "Wort" zitiert.

    • 10:03 18.07.2012Kurzmeldung

      Fränk Schleck bestreitet seine Schuld 10:03 18.07.2012
      Fränk Schleck hat nach seiner positiven Dopingprobe bei der Tour de France jede Schuld von sich gewiesen. "Ich streite kategorisch ab, irgendeine verbotene Substanz genommen zu haben. Ich habe keine Erklärung für das Ergebnis und bestehe auf die Öffnung der B-Probe, wie es mein Recht ist", sagte der 32-Jährige im Gespräch mit RTL. Sollte auch die B-Probe positiv ausfallen, will er Anzeige gegen Unbekannt wegen Vergiftung stellen. Der Tour-Dritte des Vorjahres vom Team RadioShack war auf der 13.Etappe positiv auf eine verbotene Substanz getestet und aus dem Rennen genommen worden.

    Kontrolle, Stürze und neue Helden

    von Jonathan Sachse

    In den britischen Medien wird der erste britische Sieg bei der Tour de France als der größte UK-Sporterfolg der Geschichte gefeiert. Sicher ist: Bradley Wiggins gewinnt verdient - aber ohne das große Spektakel. Die 99. Tour de France war ein sehr taktisches Rennen.

    Zwei Etappen müssen im Rückblick genannt werden. Auf dem 17. Streckenabschnitt im Schlussanstieg nach Peyragudes erhöhen Bradley Wiggins und sein Edelhelfer Christopher Froome das Tempo. Keiner der anderen Kapitäne kann mithalten. Froome schaltet drei Kilometer vor dem Ziel einen weiteren Gang höher, Wiggins verliert das Hinterrad. Mehrmals. Froome blickt sich um, gestikuliert und wartet.

    Wiggins widerlegt Zweifler

    Eine Diskussion begann. Ist Bradley Wiggins wirklich der stärkste Fahrer in seinem Team Sky? Zwei Tage später lieferte Wiggins die Antwort. Die 53,5 Kilometer Einzelzeitfahren gewann er mit fast einer Minute Vorsprung vor dem Zweitplatzierten – seinem Teamkollegen Froome.

    Der Matchplan von Sky ging damit auf: Auf den insgesamt 101 Zeitfahrkilometern sollte Wiggins seine maximale Leistung bringen. Die verbliebenen 3.396 Kilometer konnte er zur Verwaltung seines Vorsprungs nutzen. Gerade weil er "nicht der beste Kletterer im Peloton" sei – wie Wiggins meinte - reichte eine kontrollierte Fahrweise in den Bergen zum Toursieg. Insgesamt bot dadurch der Kampf um den ersten Platz in der Gesamtwertung wenig Abwechslung. Nur zwei verschiedene Fahrer trugen das Gelbe Trikot, neben Wiggins der Schweizer Cancellara für sieben Tage. Das gab es zuletzt 1999, als Lance Armstrong seine erste Grand Tour gewann.

    Greipel setzt deutsches Ausrufezeichen

    Diese Dominanz kann das Team bei den kommenden Frankreichrundfahrten nicht eins zu eins übertragen, wenn die Bergetappen wieder prominenter das Streckenprofil bestimmen. Vielleicht wird das Team dann schon auf den besseren Bergfahrer Froome umstellen. Im Team BMC des Toursiegers 2011 erfolgte die Wachablösung bereits. Spätestens auf der letzten Etappe, als der junge Tejay Van Garderen im Zeitfahren seinen drei Minuten vor ihm gestarteten Kapitän überholte.

    Die deutschen Erfolge konzentrierten sich bei dieser Tour auf Andre Greipel, der mit einem starken Sprintzug gleich drei Etappen für sich entscheiden konnte. Da sein größter Herausforderer im Sky Team nicht bei allen Flachetappen auf die Unterstützung seines Teams bauen konnte, stieg Greipel zum besten Fahrer im Massensprint auf.

    Jubelmeister Sagan

    Mit mehr Show sprintete Peter Sagen. Die Jubelgesten des Slowaken sorgten im Peloton zum Teil für Spott. Alles "Neid", erwiderte Sagan und gewann drei Etappen. Ein weiterer Tour-Debütant sorgte bei seinem Ausreißersieg auf der 8. Etappe für die größten Emotionen: Als Thibaut Pinot, der jüngste Fahrer dieser Tour, die letzten Meter nach Porrentruy kämpfte, fiel Teammanager Marc Madiot bei seinen Anfeuerungsversuchen fast aus dem Auto. Paris erreichte er als Überraschungszehnter. Eine neue Hoffnung für Frankreichs Hunger nach einer Podiumsplatzierung.

    Auch in diesem Jahr forderte die Tour jede Menge Sturzopfer. In reinen Zahlen gemessen: Nur 153 von 198 gestarteten Fahrern werden Paris erreichen. Gleich zweistellige Ausfälle gab es auf der 6. Etappe. Auch die Deutschen Tony Martin und Marcel Kittel waren betroffen, mussten mit Verletzungen und Krankheit ohne Siegchancen aufgeben. Die Journalisten ebenfalls nicht alle Paris: Wegen Alkohol am Steuer und Fahrfehlern entzog die ASO gleich fünf Fahrern die Akkreditierung.

    Frust in Luxemburg

    Ob diese Tour de France nun sauberer war oder gar der Sieger ohne medizinische Hilfsmittel das Gelbe Trikot erobert hat, bleibt eine Kaffeesatzleserei. In Frankreich wird die Tour immer weiter rollen, unabhängig von den Dopingmeldungen, die es 2012 gleich an beiden Ruhetagen gab. In Luxemburg sieht die Euphorie nach der positiven B-Probe von Frank Schleck schon gedämpfter aus. Der nationale Verband wird jetzt entscheiden, ob ein Nationalheld fällt. Im Gegenzug hat der Veranstalter in diesem Jahr einen Radsportmarkt weiter ausgebaut. Die Berichterstattung und die Fans in Großbritannien feierten ihre UK-Radprofis euphorisch.

    "Die Tour ist menschlicher geworden. So wunderschön und magisch die 220 Kilometer Soloritte auch anzuschauen waren. Das ist nicht mehr realistisch",  behauptet Bradley Wiggins. Möge der Toursieger 2012 sein Wort halten.

    Die Sieger der Tour de France seit 2001
    2001     Lance Armstrong       (USA)
    2002     Lance Armstrong       (USA)
    2003     Lance Armstrong       (USA)
    2004     Lance Armstrong       (USA)
    2005     Lance Armstrong       (USA)
    2006     Oscar Pereiro         (Spanien)*
    2007     Alberto Contador      (Spanien)
    2008     Carlos Sastre         (Spanien)
    2009     Alberto Contador      (Spanien)
    2010     Andy Schleck          (Luxemburg) **
    2011     Cadel Evans           (Australien)
    2012     Bradley Wiggins       (Großbritannien)
    
    * nach Disqualifikation von Floyd Landis (USA)
    ** nach Disqualifikation von Alberto Contador (SPA) 
    
    
    
    

    22.07.2012
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