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Olympische Spiele - Frauenfußball

Hope Powells historische Mission

  • Hope Powell
  • Hope Powell
    Hope Powell / Quelle: reuters

    Auf Hope Powell ruhen die Hoffnungen der Briten.

    (25.07.2012 Quelle: reuters)

    Kurzmeldung

    • 18:58 25.07.2012Kurzmeldung

      Britinnen gewinnen Auftaktspiel 18:58 25.07.2012
      Zwei Tage vor der Eröffnungsfeier in London haben die britischen Fußballerinnen den Gastgebern einen gelungenen Auftakt der Olympischen Spiele beschert. Das Team gewann zum Auftakt in der Gruppe E gegen Neuseeland mit 1:0 (0:0). Den Siegtreffer erzielte Stephanie Houghton (64.) per Freistoß. Gruppengegner Brasilien feierte einen lockeren 5:0 (2:0)-Sieg gegen Kamerun. In der Gruppe G bezwangen die USA Frankreich dank einer beeindruckenden Aufholjagd nach 0:2-Rückstand mit 4:2 (2:2). Weltmeister Japan setzte sich zeitgleich in der Gruppe F gegen Kanada mit 2:1 (2:0) durch.

    • 21:58 25.07.2012Kurzmeldung

      Flaggenpanne bei Nordkorea-Spiel 21:58 25.07.2012
      Die Olympischen Spiele in London haben ihren ersten Fauxpas: Das Frauenfußballspiel zwischen Nordkorea und Kolumbien (2:0) ist wegen einer falschen Flagge um mehr als eine Stunde verschoben worden. Bei der Vorstellung einer nordkoreanischen Spielerin auf der Anzeigetafel im Glasgower Hampden Park war das Porträt zusammen mit der Flagge des verfeindeten Bruderstaates Südkorea eingeblendet worden. Zudem soll eine südkoreanische Flagge am Eingang des Spielertunnels platziert worden sein. Die Nordkoreanerinnen weigerten sich deshalb, aus ihrer Kabine zu kommen.

    von Kathrin Steinbichler

    Zum Start des Olympischen Frauenfußballturniers gilt es für einige Teilnehmerinnen, sich den eigenen großen Erwartungen zu stellen. Großbritannien etwa wird danach nie wieder auflaufen, Japan tritt erstmals als Weltmeister an. Nur Deutschland ist erst gar nicht dabei.


    Frauenfußball live auf zdfsport.de

    Ab 17.50 Uhr MESZ können Sie die Auftaktspiele live in der Olympia-Mediathek verfolgen. Aus mehreren Livestreams können Sie sich Ihren Favoriten auswählen.

    Wer Hope Powell heißt und damit die Hoffnung im Namen trägt, der hat im Leben zwei Möglichkeiten: Entweder besteht dieses Leben aus Hoffnung, oder man erfüllt die Hoffnung. Hope Powell darf von sich behaupten, beides bereits zur Genüge erlebt zu haben. Die 45-jährige Britin war die erste, die die höchste Trainerlizenz der UEFA erhielt, sie war in Großbritannien die erste Schwarze auf einem hauptamtlichen Trainerposten und auch die erste Frau, die eine Fußball-Nationalmannschaft übernahm.

    Weitere Tore am 1. Spieltag

    Japan - Kanada 2:1

    Kamerun - Brasilien 0:5

    Schweden - Südafrika 4:1

    Hoffnungen ruhen auf Hope

    Der englische Fußballverband hat Powell für ihr Wirken als erste Frau in seine Hall of Fame aufgenommen. Und die Queen hat Hope Powell für ihre Verdienste erst zum Officer of the Order of the British Empire (OBE) und dann zum Commander of the Order of the British Empire (CBE) ernannt.

    ZITAT
    Diese Chance, die wir jetzt haben, ist einmalig
    Hope Powell
    Danach kommt nur noch der Ritterstand und das Adelsprädikat, und es könnte gut sein, dass Hope Powell das auch noch erleben wird. Denn auf der Trainerin ruhen in diesem Sommer Hoffnungen, die es nie zuvor gegeben hat und die es nie danach wieder geben wird. Und Hope Powell will sie erfüllen.

    Historische Chance nutzen

    Nur diesen einen Sommer nämlich hat Großbritannien die Chance, erstmals im Frauenfußball eine Olympische Medaille zu erkämpfen. Danach wird sich das Fenster der Geschichte wieder schließen und diese Chance vorbei sein. Dann werden die Fußballverbände von England, Wales, Schottland und Nordirland wieder wie gehabt ihre jeweils eigenen Auswahlteams stellen.

    Anders als die Leichtathleten etwa oder die Ruderer oder sonst ein Sportverband bestehen sie im Fußball auf den Unterschied der Regionen. Und als solche sind sie nicht zu Olympia zugelassen. Allein die Gastgeberrolle 2012 bietet die Chance, erstmals und letztmals auch im Fußball ein gesamtbritisches Team aufzustellen, und Hope Powell ist fest entschlossen diese Chance zu nutzen.

    Harte Gegner warten

    Nur zwölf Mannschaften in drei Gruppen kämpfen ab diesem Mittwoch in London, Coventry, Cardiff, Manchester, Glasgow und Newcastle um die Medaillen. Darunter die USA, die bei Olympia traditionell gut aufspielen, die beiden WM-Halbfinalteilnehmer Schweden und Frankreich sowie Japan, der aktuelle Weltmeister. Dazu kommt Brasilien um die entthronte Weltfußballerin Marta, von dem derzeit niemand weiß, zu was es imstande ist, und auf das Großbritannien bereits in der Vorrunde trifft.

    Bisher nur zugeschaut

    ZITAT
    Natürlich hoffe ich auf eine Medaille. Wer tut das hier schon nicht?
    Hope Powell
    Doch Englands Nationaltrainerin Powell, die schon früh zur Trainerin der historischen gesamtbritischen Auswahl ernannt worden war, traut ihrer Mannschaft zu, die in sie gesteckten Erwartungen zu erfüllen. „Wir sind Weltranglistensechste, bei Olympia aber durften wir bisher nur zuschauen, egal wie gut wir waren, und das hat immer weh getan“, sagt Powell, die bei dem Thema sehr pathetisch werden kann.

    „Diese Chance, die wir jetzt haben, ist einmalig. Sollte Großbritannien je wieder Olympische Sommerspiele ausrichten, so dürfte das keine von uns zu Lebzeiten noch einmal erleben.“ Da ist sie wieder, die Hoffnung, und Powell sagt: „Natürlich hoffe ich auf eine Medaille. Wer tut das hier schon nicht?“

     

    Nur Deutschland fehlt im illustren Kreis

    Auch in Japan hoffen sie wieder. Anders als bei der WM 2011 liegen nun die Blicke auf der Mannschaft um die neue Weltfußballerin Homare Sawa. Wird Japan seinen berüchtigten Kurzpassfußball zeigen? Die überfallartigen Angriffe? Die vielbeinige Abwehr? Und wird Schweden wie bei der WM überraschen können? Im nächsten Jahr wird die EM der Frauen in Schweden ausgetragen, Olympia ist nun die Generalprobe für den Wettbewerb, der den Skandinavierinnen den ersehnten ersten Titel bringen soll.

    Nur ein Dauergast bei Olympia fehlt diesmal. Deutschlands Fußballerinnen haben wegen ihres frühen Ausscheidens bei der WM 2011 die Teilnahme verpasst und hoffen jetzt auf die Sommerspiele 2016 in Brasilien. Hope Powell weiß, wie sich das anfühlt.

    25.07.2012
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