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Fußball - DFB-Pokal

Klopp will keine Pokal-Geschichte schreiben

  • Video Klopp: Keine Lust auf Pokal-Sensation
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  • VideoKlopp: Keine Lust auf Pokal-Sensation

    Jürgen Klopp will sich mit dem BVB in der ersten Pokal-Runde beim Viertligisten FC Oberneuland nicht zur Lachnummer machen. "Wir wollen keine Pokal-Geschichte dieser Art schreiben", sagt der Coach vor dem Spiel am Samstag (15.30 Uhr).

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    Bremer Viertligist freut sich auf Klopp & Co.

    von Ralf Lorenzen

    Obwohl man beim Bremer Vorort-Verein FC Oberneuland Erfahrung mit großen Namen hat, ist vor dem Pokal-Spiel gegen Borussia Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr) ein Riesen-Hype ausgebrochen. Um den Ansturm zu bewältigen, zieht der Viertligist ins Weserstadion um.
    F.C.Oberneuland

    Die Gegner der Dortmunder Borussia
    Quelle: Boris Grewe

    13.000 Einwohner, 3000 Kühe und jede Menge Villen. Anders als in Bundesligastädten wie Hamburg, Frankfurt, München oder Köln ist in Bremen kein Verein mit Underdog-Image die Nummer 2 hinter dem Platzhirsch. Im Gegenteil: Oberneuland ist für Bremen das, was Blankenese für Hamburg ist. Dort spielen in der Regel Hockeyteams, Golfer und Reiter die erste Geige. All das gibt es auch in Oberneuland. Aber für die Schlagzeilen sorgt regelmäßig der Fußballklub.

    Dreimal ist Bremer Recht

    Besonders im DFB-Pokal blickt der  Regionalligist FC Oberneuland auf eine kleine Erfolgsgeschickte zurück. Seit 2008 hat der Klub in Serie den Bremer Pokal gewonnen und sich für die Hauptrunde des DFB-Pokals qualifiziert. Nach dem Motto „Dreimal ist Bremer Recht“ treffen sie nach dem VFL Wolfsburg (2008) und dem SC Freiburg (2010) nun mit Borussia Dortmund wieder auf einen Erstligisten.

    "Ein Traumlos", schwärmt Trainer Peter Moussalli, dessen Telefon in den letzten Tagen nicht still steht. „Die Chancen liegen bei 0,5 bis 1 Prozent, wenn überhaupt. Schon einen Vergleich mit Dortmund anzustellen, wäre vermessen". Dabei haben die Oberneuländer einen wichtigen Bündnispartner: den Trend. Gab es gegen den VfL Wolfsburg noch ein 0:7, ging die Erstrunden-Partie gegen den SC Freiburg vor zwei Jahren nur noch mit 0:1 verloren. Zeit für ein neues Wunder an der Weser also?

    Dortmunder Kostenbeteiligung

    Die Freiburger empfing man bei der knappen Niederlage allerdings im heimischen Stadion am Vinnenweg, in das 5000 Zuschauer passen. Gegen den Double-Gewinner werden aber 20.000 bis 25.000 Zuschauern erwartet, davon allein 15.000 Dortmunder Fans. So entschloss man sich schweren Herzens, ins Weser-Stadion umzuziehen. Finanzierbar wurde dieser Umzug für den Vorort-Klub allerdings nur, weil die Dortmunder sich an den Kosten beteiligen wollen.

    "Am Vinnenweg hätten wir natürlich kleine Vorteile gehabt“, glaubt Peter Moussalli. Der Platz ist sehr eng und unsere gewohnte Umgebung. Im Weser-Stadion hingegen war Dortmund bereits häufig zu Gast, wir waren dort noch nie". Diese Nachteile werden für den Trainer, der den FCO im zweiten Jahr coacht, dadurch etwas ausgeglichen, dass „wir uns alle riesig auf das Weserstadion freuen.“

    Keine Werder-Altstars mehr

    Im augenblicklichen Kader des Viertligisten gibt es mit dem 39-jährigen Sören Seidel nur einen Spieler, der hier bereits für den eigentlichen Hausherrn aufgelaufen ist. Das war vor zwei Jahren noch ganz anders. Moussallis Vorgänger waren mit Mike Barten und Uwe Reinders zwei gestandene Werder-Profis und gegen den SC Freiburg stand Weltenbummler und Skandalnudel Ailton höchstpersönlich für Oberneuland auf dem Platz. Eingefädelt hatte die Deals jeweils Torwartlegende Dieter Burdenski, der damals als Berater fungierte.

    Burdenski hat sein Engagement mittlerweile zum 1. FC Magdeburg verlagert, in dessen Tor sein talentierter Sohn Fabian gewechselt ist. Dafür zieht nun der ehemalige Trainer und jetzige FIFA-Berater Firat Aktas hinter den Kulissen die Strippen. Aktas hat auf der großen Bühne unter anderem die Transfers von Jan-Klaas Huntelaar, Diego und Marco Arnautovic in die Bundesliga eingefädelt.

    Arnautovic-Berater zieht die Strippen

    Beim FC Oberneuland, der 2011 in die fünfte Liga abgestiegen war, hat er fast die komplette aktuelle Mannschaft zusammengestellt und Trainer Moussalli geholt. Mit Erfolg: die Mannschaft ist wieder viertklassig und die Spieler identifizieren sich mit dem Verein, der laut Aktas  zu seiner alten Philosophie zurückgekehrt ist: „Klein und bescheiden, mit wenigen Mitteln viel erreichen.“

     

    Das wollen sie im Duell David gegen Goliath nun beweisen. Vielleicht borgt Hausherr Werder ihnen ja eines der Wunder aus, die dieses Stadion schon öfter erlebt hat. „Eine kleine Chance hat man immer“, ist Peter Moussali jedenfalls überzeugt. „Dafür brauche ich Spieler, die wie Ochsen laufen und wie verrückt verteidigen“, sagte er dem Weser-Kurier. Und wenn’s am Samstag um 17.15 Uhr doch nicht gereicht haben sollte, hat der Trainer anschließend noch die Chance, sich einen persönlichen Traum zu erfüllen:  „Ich freue mich darauf, fünf Minuten lang mit Jürgen Klopp zu fachsimpeln.“

    17.08.2012
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