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Champions League

De Jong unter Zugzwang

  • Video Eberl: Wollen uns weiter oben etablieren
  • Abstimmung Schafft Gladbach die CL-Qualifikation?
  • VideoMax Eberl im Sportstudio

    Max Eberl, Sportdirektor des Champions-League-Qualifikanten Borussia Mönchengladbach, spricht im "sportstudio" über Neuzugänge und Transfers, die kommende Saison und seine Rolle im Verein.

    (18.08.2012)
    Abstimmung

    Schafft Gladbach gegen Kiew den Sprung in die Champions-League-Gruppenphase?

    Kurzmeldung

    • 19:47 18.08.2012Kurzmeldung

      Gladbach-Gegner Kiew patzt 19:47 18.08.2012
      Dynamo Kiew hat die Generalprobe für das Hinspiel in den Play-offs zur Champions League am kommenden Dienstag (20.45 Uhr/live im ZDF) beim Bundesligisten Borussia Mönchengladbach verpatzt. Der Ex-Meister und aktuelle Tabellenzweite der ukrainischen Liga verlor seine Auswärts-Begegnung bei Poltawa Worskla mit 0:1 und kassierte damit im sechsten Punktspiel der Saison die erste Niederlage. Für die Gastgeber besiegelte Artem Gromow in der 25.Minute den zweiten Saisonsieg.

    • 11:17 18.07.2012Kurzmeldung

      Rekordtransfer: Gladbach holt de Jong 11:17 18.07.2012
      Der teuerste Einkauf in der Vereinsgeschichte von Borussia Mönchengladbach ist perfekt. Der niederländische Nationalstürmer Luuk de Jong erhält nach Borussia-Angaben einen Fünfjahresvertrag bis zum 30.Juni 2017. Dem Vernehmen nach soll der fünfmalige deutsche Meister rund zwölf Millionen Euro Ablösesumme an Twente Enschede zahlen. De Jong soll in der Offensive den zum Double-Gewinner Borussia Dortmund abgewanderten Nationalspieler Marco Reus (17,1 Euro Ablöse) ersetzen. In der vergangenen Saison erzielte der Torjäger in 31 Liga-Einsätzen für Enschede 25 Treffer.

    De Jong unter Zugzwang

    Mit zwölf Millionen Ablöse ist Luuk de Jong der teuerste Spieler in der Geschichte von Borussia Mönchengladbach. Am Dienstag tritt der Bundesligist in der Champions-League-Quali gegen Dynamo Kiew an – und hat ein Problem: denn der Torjäger findet das Tor noch nicht.


    Von Andreas Deelstra


    Luuk de Jong steht immer noch im Kabinentrakt des Aachener Tivoli-Stadions. Er kam schon als Letzter vom Feld. Der Niederländer musste viele Interviews geben – und am Ende stand eigentlich immer dieselbe Frage: Wann fällt das erste Tor? In Aachen jedenfalls fiel es nicht. 90 Minuten spielte Borussia Mönchengladbach im DFB-Pokal gegen den Drittligisten Alemannia, Borussias neuer Top-Star hatte zwei hundertprozentige Torchancen. Doch der Ball, er wollte nicht rein.


    ZITAT
    Ich bin nicht nur für Tore geholt worden, sondern auch für meine Vorlagen.
    Luuk de Jong
    „Ich mache mir noch keine Sorgen“, sagte de Jong nach dem Spiel, er grinste, es sah nicht aus, als müsste er sich das Lachen abmühen. „Ich bin nicht nur für Tore geholt worden, sondern auch für meine Vorlagen.“ Und mit eben einer solchen leitete de Jong das 1:0 für Mönchengladbach ein, nach einem feinen Doppelpass mit Mittelfeldmotor Juan Arango.

    Champions League im ZDF

    In den Playoffs um die Gruppenphase der Champions League trifft Borussia Mönchengladbach auf Dynamo Kiew. Der Bundesligist tritt am Dienstag das Hinspiel gegen den ukrainischen Top-Club im heimischen Stadion an. Das ZDF überträgt die Partie ab 20.25 Uhr live. Anstoß ist um 20.45 Uhr.


    Kiew ist ein anderes Kaliber
    Am Ende könnte nur eine solche gute Aktion zu wenig sein, wenn Gladbach in der Champions-League-Qualifikation antreten muss. Dynamo Kiew ist die letzte Hürde vor der Teilnahme am Millionenball. Und bei allen möglichen Gegnern aus Kopenhagen oder Athen sind die Ukrainer das größte Kaliber. Ein ganz anderes zumindest als ein Drittligist aus Aachen. „Ich habe Kiew gegen Feyenoord Rotterdam gesehen“, sagt de Jong. „Es ist eine sehr starke Mannschaft. Aber sie haben ihre Schwächen, vor allem in der Defensive.“ Dort also, wo der 21-Jährige zuschlagen muss.

    Doch noch ist der Stürmer, der von Twente Enschede geholt wurde, nicht ganz angekommen in Mönchengladbach. „Ich habe mein erstes Spiel über 90 Minuten gemacht“, sagt er entschuldigend. „Zuerst wurden meine Mandeln herausgenommen, dann habe ich in Twente nur ganz leicht trainiert. Als ich nach Gladbach kam, musste ich bei Null anfangen, während die Kollegen schon im Training waren.“ Es klingt, als würde er nach Ausreden suchen, doch genau so soll es nicht sein. Denn, so weiß de Jong, „auf diesem Niveau kannst du dir einfach nicht leisten, nicht bei 100 Prozent zu sein“.


    Viel Ärger in der Sommerpause
    Es ist indes nicht verwunderlich, dass Luuk de Jong seine Zeit braucht, sich in Mönchengladbach einzugewöhnen. 21 Jahre ist er erst alt. Das Geplänkel um den Transfer des Stürmers aus Enschede an den Niederrhein glich einer Vorabend-Soap. Ständige Wendungen und Schuldzuweisungen, Gerüchte und Widersprüche. Und dann noch das Debakel mit der niederländischen Mannschaft bei der Europameisterschaft – ziemlich viel, was da so auf einen jungen Mann einprasseln kann.


    ZITAT
    Hier reifen junge Spieler unter Lucien Favre zu guten Fußballern heran.
    George de Jong
    Da ist gut, dass der bislang verhinderte Torjäger eine Familie hat, auf die er bauen kann. Bruder Siem ist selbst Fußball-Profi, er spielt bei Ajax Amsterdam. Vater George war Volleyballer, danach Vorsitzender des Weltverbandes seines Sports. „Natürlich hätte Luuk in England oder Spanien mehr verdienen können“, sagt de Jong senior. „Aber es geht uns um seine Entwicklung. Gladbach hat den besten Eindruck auf uns gemacht. Hier reifen junge Spieler unter Lucien Favre zu guten Fußballern heran.“


    Große Fußstapfen
    Der Wechsel nach Gladbach war der Familie so wichtig, dass der Spieler sogar auf die ihm vertraglich zugesicherten 20 Prozent der Ablöse verzichtete. Und so ließ sich Twente am Ende auf zwölf Millionen plus zahlreicher möglichen Prämien ein. Für Mönchengladbach der teuerste Spieler der Vereinsgeschichte.


    Es sind große Fußstapfen, in die der Niederländer treten muss. Mit Marco Reus haben Gladbach 18 Tore und elf Vorlagen aus der vergangenen Saison in Richtung Dortmund verlassen. Der Blondschopf brachte einen Ganz in den Borussia-Park, den die Fans des Traditionsklubs allenfalls aus den siebziger Jahren in Person von Alan Simonsen oder Günter Netzer kannten. De Jong ist ein anderer Spielertyp, weniger schnell, weniger dribbelstark, mehr ein „echter“ Torjäger. Ein Torjäger, der in Borussias erstem Europapokal-Spiel nach 16 Jahren zu einem Helden werden könnte. Wenn er denn trifft.

    20.08.2012
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