Champions League - Analyse
Gladbach machtlos gegen Kiews Effizienz
VideoZusammenfassung BMG - DYN
VideoAnalyse mit Favre, Welke und Kahn
VideoTer Stegen und Co, sind "bedient"
von Tobias Escher, spielverlagerung.deBitterer Abend für Borussia Mönchengladbach in der Champions-League-Qualifikation: Obwohl die Mannschaft von Lucien Favre die Partie gegen Dynamo Kiew lange Zeit dominiert, verliert sie mit 1:3.Es sollte ein Festabend werden: Borussia Mönchengladbach hatte im Hinspiel gegen Dynamo Kiew die Chance, einen großen Schritt Richtung Champions-League-Gruppenphase zu machen. Es geht um viele Millionen Euro und das Privileg, gegen die besten Teams Europas spielen zu dürfen. Dementsprechend nervös und vorsichtig fingen beide Mannschaften an. Dynamo Kiew formierte sich in einem 4-4-1-1-System und überließ den Gladbachern den Ballbesitz. Diese agierten aus jenem kompakten 4-4-2-System, mit dem sie letzte Saison die Bundesliga aufmischten.Borussia beginnt starkIn der ersten halben Stunde kontrollierten die Hausherren das Geschehen. Die meisten Ballkontakte verbuchte in dieser Phase der Neuzugang und Innenverteidiger Dominguez. Dies belegt, dass Gladbach eher nach hinten anstatt riskant in die Spitze spielte.Erst nach und nach legten sie die Scheu ab, das Spiel der Borussen wurde direkter und vertikaler. Arango ließ sich in der Folge öfter nach hinten fallen, um aus der Tiefe mit seinen Pässen die gegnerische Abwehr zu öffnen. Da Ring auf der gegenüberliegenden Seite offensiver agierte, entstand eine leichte Asymmetrie im System. Beim 1:0 (12.) ließen sich die positiven Effekte solch einer Strategie beobachten: Arango spielte einen langen, diagonalen Ball auf den gegenüberliegenden Flügel zu Ring. Kiews Verteidiger orientierten sich in diesem Moment in Richtung Arango, Ring stand frei und konnte den Ball ohne Bedrängnis verarbeiten und verwerten.Ausgleich aus heiterem HimmelVon den Ukrainern war bis hierhin nicht viel zu sehen. Die Gladbacher verteidigten stark, sie ließen ihren Gegenspielern kaum Anspielstationen und zwangen sie, auf die Flügel zu spielen. Hier waren die Gladbacher in Überzahl und spielten ihre Zweikampfstärke aus - bis zur 30. Minute gewannen sie zwei Drittel der direkten Duelle.
Welke und Kahn - das Premieren-Fazit
Oliver Kahn (ZDF-Experte): "Ich kenne Oliver Welke ja schon sehr lange. Er hat mich als Aktiver oft interviewt und ich hatte heute das Gefühl, dass wir das schon immer zusammen machen. Es war locker, entspannt und ich denke, das wird noch viel Spaß bringen."
Oliver Welke: "Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich habe gemerkt, dass wir auf einer Wellenlänge sind, dass man Oliver Kahn durchaus ärgern und auch unterbrechen kann und dass er das sogar ganz gut findet. Man muss sich ja erst einspielen und gucken: Wann kann, darf, muss ich den Anderen unterbrechen? Es war das erste Mal und wir haben uns auf jeden Fall schneller zusammengefunden als die Gladbacher."
Oliver Kahn (ZDF-Experte): "Ich kenne Oliver Welke ja schon sehr lange. Er hat mich als Aktiver oft interviewt und ich hatte heute das Gefühl, dass wir das schon immer zusammen machen. Es war locker, entspannt und ich denke, das wird noch viel Spaß bringen."
Oliver Welke: "Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich habe gemerkt, dass wir auf einer Wellenlänge sind, dass man Oliver Kahn durchaus ärgern und auch unterbrechen kann und dass er das sogar ganz gut findet. Man muss sich ja erst einspielen und gucken: Wann kann, darf, muss ich den Anderen unterbrechen? Es war das erste Mal und wir haben uns auf jeden Fall schneller zusammengefunden als die Gladbacher."
Der Ausgleichstreffer stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Der Fernschuss von Mikhalik wurde unglücklich abgefälscht, Gladbach war hier im Pech (28.). Favres Team schien in der Folge durch den Ausgleichstreffer geschockt, ihr bis dahin makelloses Kombinationsspiel begann zu bröckeln.Clevere UkrainerDie Ukrainer reagierten clever: Sie intensivierten das Pressing und zwangen die nervösen Gladbacher dazu, den Ball schneller zu verarbeiten. Fortan häuften sich die Ballgewinne der Gäste. Im Mittelfeld ging speziell Garmash aggressiv drauf, er attackierte die Gladbacher Sechser früh. So konnte er auch den entscheidenden Ballgewinn verbuchen, der das 2:1 durch Yarmolenko einleitete (32.).Nach der Pause waren die Ukrainer nur noch darauf aus, die Führung zu halten. Sie rückten kaum noch raus, spätestens ab der 60. Minute postierten sie sich mit fast allen Akteuren am eigenen Sechzehner.Fehlende AnspielstationenIn dieser Phase wurde das größte Manko der Gladbacher deutlich: Die offensiven Laufwege sind nicht abgestimmt. Viel zu selten öffnete ein Stürmer für seine Kollegen Räume. Arango fand so keine Möglichkeit, seine sonst so gefährlichen Vertikalpässe an den Mitspieler zu bringen. Mit 68.3 Prozent war er der Gladbacher mit der geringsten Passgenauigkeit, was nicht in erster Linie an ihm selbst, sondern an den fehlenden Anspielstationen vor ihm lag.Die Einwechslung von Hanke brachte Besserung, dennoch verließ sich das Spiel der Gladbacher zu sehr auf Fernschüsse und Flanken. Der Ein-Kontakt-Fußball, den sie letzte Saison zelebrierten, konnten sie kaum zeigen. Das lag auch an den dicht gestaffelten Ukrainern, die im eigenen Drittel jeden Angriff sofort unterbrachen.Als de Jong in der 81. Minute ins eigene Tor traf, war der Pleitenabend für die Fohlen perfekt. Sie hatten bis zum Gegentreffer stark gespielt, doch Kiew hatte an diesem Abend das Glück auf seiner Seite. Drei Schüsse aufs Tor, drei Tore – makelloser kann eine Bilanz nicht sein.
Das Spiel in voller Länge
Hinspiele: Basel patzt, Celtic siegt
22.08.2012



