Champions League - Taktik-Analyse
Gladbach findet die Räume nicht
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von Tim Rieke, spielverlagerung.deUm ein Haar wäre das „Wunder von Kiew“ wahr geworden: Trotz einer über weite Strecken harmlosen Leistung durfte Gladbach dank zweier Tore in den letzten Minuten bis zum Schluss auf das Weiterkommen hoffen, schaffte den entscheidenden Treffer aber nicht mehr. Woran es gelegen haben könnte, zeigt die Taktik-Analyse von "spielverlagerung.de"Die Ausgangslage war klar: In jedem Fall brauchte die Borussia aus Mönchengladbach drei Tore im Olympiastadion von Kiew, um nach der unglücklichen Hinspiel-Pleite doch noch eine Chance auf das Erreichen der Champions-League-Gruppenphase zu haben.Der sehr defensiv erwartete Gastgeber überließ den Gladbachern zwar den Ballbesitz (phasenweise über 70 %), verteidigte aber überraschend aktiv. Das Mittelfeld um Lenker Miguel Veloso agierte auf einer Basis loser mannorientierter Zuordnungen letztlich in einer freien und anpassenden Ausrichtung. So kam es vor, dass beispielsweise Xhaka vom starken Garmash bis auf die Linksaußenposition verfolgt wurde. In anderen Szenen rückte Veloso mit seinem Raumgefühl im richtigen Moment weit aus dem defensiven Mittelfeld heraus und presste Gladbachs Innenverteidigung. Mit situativer Anpassung fand Kiew im Mittelfeld in den meisten Fällen gute Antworten auf das Spiel der Fohlen.Raumnutzungs- und Abstimmungsprobleme
Allerdings trug auch die Borussia selbst dazu bei, dass Kiews Ausrichtung funktionierte. Ihr gravierendes Problem lag nämlich darin, dass sie die von herausrückenden Dynamo-Spielern hinterlassenen Räume nicht effektiv genug nutzten. Am besten funktionierte dies noch in den Anfangsminuten, als Arango aus den Freiräumen zwischen den Mittelfeldketten mit einer Seitenverlagerung wie beim 1:0 im Hinspiel die lange Zeit beste Torchance der Gladbacher durch Herrmann vorbereitete.
Ein großer Problempunkt in den vergangenen Spielen der Borussia lag in den wenig abgestimmten Laufwegen der Stürmer, die die Räume im zentralen und offensiven Mittelfeld zu wenig besetzten. Diesmal rochierten die beiden Angreifer immer wieder auf die Außenseiten, wo sie die Außenverteidiger Kiews beschäftigen und in der Mitte besonders für Arango Räume öffnen sollten.
Allerdings trug auch die Borussia selbst dazu bei, dass Kiews Ausrichtung funktionierte. Ihr gravierendes Problem lag nämlich darin, dass sie die von herausrückenden Dynamo-Spielern hinterlassenen Räume nicht effektiv genug nutzten. Am besten funktionierte dies noch in den Anfangsminuten, als Arango aus den Freiräumen zwischen den Mittelfeldketten mit einer Seitenverlagerung wie beim 1:0 im Hinspiel die lange Zeit beste Torchance der Gladbacher durch Herrmann vorbereitete.
Ein großer Problempunkt in den vergangenen Spielen der Borussia lag in den wenig abgestimmten Laufwegen der Stürmer, die die Räume im zentralen und offensiven Mittelfeld zu wenig besetzten. Diesmal rochierten die beiden Angreifer immer wieder auf die Außenseiten, wo sie die Außenverteidiger Kiews beschäftigen und in der Mitte besonders für Arango Räume öffnen sollten.
Auslosung im ZDFsport.de-Livestream
Am Donnerstag schauen Spieler und Fans der deutschen Champions-League-Teilnehmer gebannt nach Monaco. Denn dort wird am Abend die Gruppenphase der Königsklasse ausgelost - und mit ZDFsport.de sind Sie live dabei, wenn die Entscheidung darüber fällt, mit welchen europäischen Topklubs sich der FC Bayern und Co. auf Europas größter Fußballbühne messen müssen. Die Übertragung startet um 17.45 Uhr und dauert bis ca. 19 Uhr. Als Reporter ist Wolf-Dieter Poschmann im Einsatz.
Am Donnerstag schauen Spieler und Fans der deutschen Champions-League-Teilnehmer gebannt nach Monaco. Denn dort wird am Abend die Gruppenphase der Königsklasse ausgelost - und mit ZDFsport.de sind Sie live dabei, wenn die Entscheidung darüber fällt, mit welchen europäischen Topklubs sich der FC Bayern und Co. auf Europas größter Fußballbühne messen müssen. Die Übertragung startet um 17.45 Uhr und dauert bis ca. 19 Uhr. Als Reporter ist Wolf-Dieter Poschmann im Einsatz.
Fehlender Zugriff auf Offensivzentrale
Dieser war im Zentrum allerdings häufig allein gelassen, weil er meist der Einzige war, der hinter dem Mittelfeld Kiews freizukommen versuchte. Statt kollektiver Bewegung gab es im Zentrum nur vereinzelte Läufe und eine schwache Staffelung, so dass Arango gegen das anpassungsfähige Mittelfeld des Gegners kaum Unterstützung erhielt und das Zentrum zunehmend verließ.Dadurch konnten die Gladbacher somit zwar einige gute Situationen auf den Flügeln herstellen, allerdings fehlte es an einer Verbindung der beiden Flanken im offensiven Zentrum. So musste dieser wichtige Raum zu oft „hintenrum“ umspielt oder mit weiten Verlagerungen überspielt werden und die spielerischen Ansätze konnten kaum in Richtung Tor gezogen werden. Einige vielversprechend begonnene Angriffe versandeten somit, weil sie relativ alternativlos auf die Außenbahnen gespielt werden mussten und in ineffektiven Flanken endeten – 25 Stück erzeugten keine wirkliche Torchance.Ein misslungener Defensivwechsel
Zur zweiten Halbzeit brachte Kiews Trainer Semin mit Vukojevic einen weiteren sehr defensivstarken Spieler für Ninkovic. Allerdings schwächte dieser Wechsel die Stabilität des Mittelfelds dahingehend, dass mit dem destruktiven Sechser Vukojevic die Verteidigungsarbeit im Zentrum weniger variabel und weniger anpassungsfähig wurde.Weil Gladbach viel mit eigenen Problemen zu tun hatte, kam ihnen dies gelegen. Dennoch fehlten der Mannschaft von Lucien Favre weiterhin Bewegung sowie Durchschlagskraft, beispielsweise in Form von Vertikal-Sprints. Insgesamt wirkte ihr Spiel disharmonisch. So fiel auch das 0:1 aus dem Nichts – eine simple Halbfeldflanke wurde von Khacheridi ins eigene Tor bugsiert.Die Außenverteidiger kommen zu spät
Dieser Treffer weckte Gladbach aber wieder auf – die Offensivspieler fanden nun intuitiv etwas besser zueinander und auch die vorher zu abwartenden Außenverteidiger schoben aufgrund der Chance, nun doch noch weiterkommen zu können, deutlich weiter mit vor. Diese Unterstützung drückte Kiew nach hinten und provozierte Standards, bei denen Dynamo unsicher war. Passenderweise wurde die Ecke vor dem 0:2 durch Rechtsverteidiger Jantschke herausgeholt. Bei der Entstehung dieses Treffers machten sich ebenso die diagonalen Läufe hinter die gegnerischen Außenverteidiger bezahlt, die nach der Pause Gladbachs Offensivspiel aufgelockert hatten.Am Ende muss man festhalten, dass die Borussia die Playoffs aufgrund einer Schwächephase während des ersten Spielsnicht überstanden hat. Über die vollen 180 Minuten gesehen fehlte es dann an der nötigen Torgefahr, um die dort gemachten Fehler wieder auszugleichen.
30.08.2012
Dieser war im Zentrum allerdings häufig allein gelassen, weil er meist der Einzige war, der hinter dem Mittelfeld Kiews freizukommen versuchte. Statt kollektiver Bewegung gab es im Zentrum nur vereinzelte Läufe und eine schwache Staffelung, so dass Arango gegen das anpassungsfähige Mittelfeld des Gegners kaum Unterstützung erhielt und das Zentrum zunehmend verließ.Dadurch konnten die Gladbacher somit zwar einige gute Situationen auf den Flügeln herstellen, allerdings fehlte es an einer Verbindung der beiden Flanken im offensiven Zentrum. So musste dieser wichtige Raum zu oft „hintenrum“ umspielt oder mit weiten Verlagerungen überspielt werden und die spielerischen Ansätze konnten kaum in Richtung Tor gezogen werden. Einige vielversprechend begonnene Angriffe versandeten somit, weil sie relativ alternativlos auf die Außenbahnen gespielt werden mussten und in ineffektiven Flanken endeten – 25 Stück erzeugten keine wirkliche Torchance.Ein misslungener Defensivwechsel
Zur zweiten Halbzeit brachte Kiews Trainer Semin mit Vukojevic einen weiteren sehr defensivstarken Spieler für Ninkovic. Allerdings schwächte dieser Wechsel die Stabilität des Mittelfelds dahingehend, dass mit dem destruktiven Sechser Vukojevic die Verteidigungsarbeit im Zentrum weniger variabel und weniger anpassungsfähig wurde.Weil Gladbach viel mit eigenen Problemen zu tun hatte, kam ihnen dies gelegen. Dennoch fehlten der Mannschaft von Lucien Favre weiterhin Bewegung sowie Durchschlagskraft, beispielsweise in Form von Vertikal-Sprints. Insgesamt wirkte ihr Spiel disharmonisch. So fiel auch das 0:1 aus dem Nichts – eine simple Halbfeldflanke wurde von Khacheridi ins eigene Tor bugsiert.Die Außenverteidiger kommen zu spät
Dieser Treffer weckte Gladbach aber wieder auf – die Offensivspieler fanden nun intuitiv etwas besser zueinander und auch die vorher zu abwartenden Außenverteidiger schoben aufgrund der Chance, nun doch noch weiterkommen zu können, deutlich weiter mit vor. Diese Unterstützung drückte Kiew nach hinten und provozierte Standards, bei denen Dynamo unsicher war. Passenderweise wurde die Ecke vor dem 0:2 durch Rechtsverteidiger Jantschke herausgeholt. Bei der Entstehung dieses Treffers machten sich ebenso die diagonalen Läufe hinter die gegnerischen Außenverteidiger bezahlt, die nach der Pause Gladbachs Offensivspiel aufgelockert hatten.Am Ende muss man festhalten, dass die Borussia die Playoffs aufgrund einer Schwächephase während des ersten Spielsnicht überstanden hat. Über die vollen 180 Minuten gesehen fehlte es dann an der nötigen Torgefahr, um die dort gemachten Fehler wieder auszugleichen.



