Paralympics - Tischtennis
Sandra Mikolaschek nimmt ihr Leben in die Hand
von Jan Kampmann, LondonGerade einmal vier Monate ist es her, dass sich Suzie Kerstgens, Sängerin der Popband Klee, mit dem 15-jährigen Rollstuhltischtennis-Talent Sandra Mikolaschek getroffen hat. Damals auf einer Picknickdecke, nun bei den Paralympics in London. Die Musikerin ist vom Wandel der Sportlerin begeistert.Zwischen dem ungezwungenen Plausch beim Picknick in der Lutherstadt Eisleben und dem Wiedersehen der beiden in London scheinen Welten zu liegen. Suzie Kerstgens hätte Sandra tatsächlich kaum wiedererkannt. Die Schülerin aus dem Harz ist zum Inbegriff dessen geworden, was die Band mit ihrem Song „Nimm dein Leben in die Hand“ ausdrücken möchte. In London präsentierten Klee nun gemeinsam mit Sandra im Rahmen der Paralympics, die das Tischtennis-Talent vor Ort als Zuschauer verfolgt, ihr Musikvideo.Bilder eines besonderen MenschenDie Idee der Band war es, ihr Musikstück nicht „irgendwie, sondern mit einem besonderen Menschen zu bebildern“, so Pianist und Keyboarder Sten Servaes. Die Musiker klingelten bei Andreas Schneider von der Produktionsfirma „ParaPictures“, der sich sofort sicher war: „Ich hab da jemand, der perfekt zu euch passt.“ Gemeint war das 15-jährige Tischtennis-Talent Sandra Mikolaschek.
Der erste Konakt zwischen Klee und Sandra war nicht nur der Beginn einer besonderen Beziehung, sondern schon Teil des Videos. Nichts darin ist inszeniert. Regisseur Johannes Wißmann folgte der Band und seiner Protagonistin einfach auf Schritt und Tritt. Bei ganz normalen Tätigkeiten im Alltag. In der Schule, beim Eis essen, beim Shoppen – bei Dingen, die 15-jährige Mädchen eben so machen.Tischtennis mit Bratpfannen
Die Band ist in dem Video nur einmal zu sehen: Mit Vinylplatte, Pfanne und Ukulele an der Tischtennisplatte beim Rundlauf spielen. Diese Szene war aus der Not heraus entstanden: „Wir hatten einfach nicht genug Schläger“, erzählt Pianist und Keyboarder Sten Servaes. Ansonsten hielt sich das Musiker-Quartett bewusst zurück, um Sandra und ihre Geschichte in den Mittelpunkt zu stellen.
Suzie erinnert sich an das Gespräch auf der Picknickdecke: "Sandra war noch ein bisschen scheu.“ Und jetzt - vier Monate später - ist davon nur noch wenig übrig. „Das ist einfach ein Wow-Gefühl gewesen. Optisch ist mir sofort ihre neue Frisur und das unglaubliche Strahlen aufgefallen“, beschreibt die Frontfrau ihre erste Reaktion. Und nach dem ersten Gespräch war Suzie auch von der seelischen Veränderung überzeugt: „Das Video und der Aufenthalt in London haben ihr Flügel verliehen.“
Lebenslust und EhrgeizSandra ist mit eingeengter Hauptschlagader zur Welt gekommen. zahlreiche Nervenzellen im Rückenmark starben aus Sauerstoffmangel ab. Von Anfang an musste sie ihr Leben in die Hand nehmen. Die leidenschaftliche Sportlerin strotzt nur so vor Lebenslust und beeindruckendem Ehrgeiz: „Ihr Trainer muss ihren unglaublichen Willen eher manchmal bremsen“, sagt Produzent Wißmann.
Dieser positive Ehrgeiz hat Sandra bereits viele Erfolge eingebracht. Ihr sportlicher Werdegang ist beeindruckend: 2007 nahm sie erstmals den Tischtennisschläger in die Hand, damals ausschließlich gegen nicht-behinderte Gegner. Die Fußgänger waren in ihrer Altersklasse schon bald keine Herausforderung mehr. Also fing Sandra 2008 in Halle mit der Rollstuhl-Variante an. „Bei den Rollstuhl-Wettbewerben bin ich immer die jüngste“, sagt die paralympische Nachwuchshoffnung – dennoch ist sie in ihrer Klasse bis 25 Jahre schon Deutsche Meisterin. Als bisheriges Highlight nahm sie im Oktober letzten Jahres an den Europameisterschaften in Kroatien teil. Hat man da überhaupt Vorbilder? „Wie die Paralympics-Sieger Holger Nikelis oder Jochen Wollmert mit dem Druck umgehen, ist schon beeindruckend“, sagt Sandra.
Neue FansMit Klee hat die Nachwuchs-Athletin vier eingefleischte Fans dazugewonnen: „Auch wenn man sich sonst nicht mit einer Sportart beschäftigt hat, fiebert man plötzlich mit, wenn man die Athleten kennt“, sagen Suzie und Sten. Die Chancen stehen gut, dass die Hauptdarstellerin des aktuellen Musik-Clips der Kölner Musiker 2016 bei den Paralympics in Rio für Furore sorgt – und Klee vom heimischen Sofa aus mitfiebert.
08.09.2012
Der erste Konakt zwischen Klee und Sandra war nicht nur der Beginn einer besonderen Beziehung, sondern schon Teil des Videos. Nichts darin ist inszeniert. Regisseur Johannes Wißmann folgte der Band und seiner Protagonistin einfach auf Schritt und Tritt. Bei ganz normalen Tätigkeiten im Alltag. In der Schule, beim Eis essen, beim Shoppen – bei Dingen, die 15-jährige Mädchen eben so machen.Tischtennis mit Bratpfannen
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„Das Video und der Aufenthalt in London haben ihr Flügel verliehen.”Suzie Kerstgens, Sängerin von Klee
Suzie erinnert sich an das Gespräch auf der Picknickdecke: "Sandra war noch ein bisschen scheu.“ Und jetzt - vier Monate später - ist davon nur noch wenig übrig. „Das ist einfach ein Wow-Gefühl gewesen. Optisch ist mir sofort ihre neue Frisur und das unglaubliche Strahlen aufgefallen“, beschreibt die Frontfrau ihre erste Reaktion. Und nach dem ersten Gespräch war Suzie auch von der seelischen Veränderung überzeugt: „Das Video und der Aufenthalt in London haben ihr Flügel verliehen.“
Lebenslust und EhrgeizSandra ist mit eingeengter Hauptschlagader zur Welt gekommen. zahlreiche Nervenzellen im Rückenmark starben aus Sauerstoffmangel ab. Von Anfang an musste sie ihr Leben in die Hand nehmen. Die leidenschaftliche Sportlerin strotzt nur so vor Lebenslust und beeindruckendem Ehrgeiz: „Ihr Trainer muss ihren unglaublichen Willen eher manchmal bremsen“, sagt Produzent Wißmann.
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„Wie die Paralympics-Sieger Holger Nikelis oder Jochen Wollmert mit dem Druck umgehen, ist schon beeindruckend.”Sandra Mikolaschek
Neue FansMit Klee hat die Nachwuchs-Athletin vier eingefleischte Fans dazugewonnen: „Auch wenn man sich sonst nicht mit einer Sportart beschäftigt hat, fiebert man plötzlich mit, wenn man die Athleten kennt“, sagen Suzie und Sten. Die Chancen stehen gut, dass die Hauptdarstellerin des aktuellen Musik-Clips der Kölner Musiker 2016 bei den Paralympics in Rio für Furore sorgt – und Klee vom heimischen Sofa aus mitfiebert.



