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Eishockey - Kommt nun auch Jochen Hecht?

Die Adler Mannheim und ihr Luxusproblem

  • Adler Mannheim
  • Bilderserie Deutsche NHL-Profis
  • Adler Mannheim
    (26.09.2012)
    BilderserieDeutsche NHL-Profis
    NHL-Lockout / Quelle: imago
    (24.09.2012)

    Kurzmeldung

    • 11:27 26.09.2012Kurzmeldung

      Streithähne setzen sich an den Tisch 11:27 26.09.2012
      Die NHL und die Spielergewerkschaft NHLPA kehren im Tarifstreit offenbar am Freitag an den Verhandlungstisch zurück. Wie die NHLPA mitteilte, soll es bei den ersten Gesprächen seit der Aussperrung der Spieler durch die Teams vor elf Tagen aber nicht um Kernfragen gehen, sondern um Themen wie die Spielplangestaltung, Reisestress oder Pensionszahlungen. Nach dem Auslaufen des bisherigen Tarifvertrages am 15.September hatten die Teams die Spieler ausgesperrt, alle Vorbereitungsspiele bis einschließlich 30.September wurden abgesagt.

    • 11:27 25.09.2012Kurzmeldung

      NHL-Duo kommt nach Crimmitschau 11:27 25.09.2012
      Eishockey-Zweitligist Eispiraten Crimmitschau meldet zwei spektakuläre Neuverpflichtungen. Die beiden NHL-Stars Chris Stewart und Wayne Simmonds wechseln für zunächst 30 Tage aus der besten Liga der Welt nach Westsachsen. "Für unseren Verein sind beide Verpflichtungen ein Jahrhundert-Transfer", heißt es in der Mitteilung des Klubs. Möglich wurde die Verpflichtung durch den Arbeitskampf in der NHL. Klubbesitzer und Spielergewerkschaft streiten derzeit über einen neuen Tarifvertrag. Der Ligastart am 11.Oktober muss wohl verschoben werden. Einige NHL-Spieler zieht es deshalb nach Europa.

    Die NHL-Stars Marcel Goc und Dennis Seidenberg haben sie sich schon geschnappt, ein weiterer kommt vielleicht noch dazu: Die Adler Mannheim hoffen nun auf eine Euphorie. Manager Teal Fowler räumt derweil ein, dass es im Team auch zu Problemen kommen könnte.

    von Florian Meißner

    Dennis ist ein Adler, der in der NHL spielt“, so Teal Fowler voller Stolz. Der Mannheimer Manager ist begeistert davon, dass Dennis Seidenberg (Stammclub Boston Bruins) schon am kommenden Dienstag wieder das Adler-Trikot überstreifen könnte. Schließlich hat Seidenberg schon für die "Jungadler" gespielt und in Mannheim vor zwölf Jahren den Sprung ins Profiteam geschafft.

    Sommergäste in Mannheim

    Und auch für Marcel Goc (Florida Panthers) ist es eine Rückkehr: Vor zehn Jahren wechselte er nach Mannheim, um nach einem Jahr den Sprung nach Nordamerika zu wagen – wie Seidenberg mit Erfolg.

    Dennis Seidenberg

    Integrationsprobleme sieht Fowler nicht: "Sie passen ganz genau zu uns, zu unserer Art und Weise, zu spielen, zu unserer Identität." In der ohnehin hochkarätig besetzten Mannheimer Mannschaft könne die Rückkehr der beiden jedoch bei manchen auch zu Frust führen: "Dass andere aussetzen müssen, ist ein Test für unseren Zusammenhalt."

    Marcel Goc, der am Wochenende erstmals für die Adler zum Einsatz kommen soll, macht sich darüber weniger Gedanken: „Ich freue mich darauf, mit den Jungs zu spielen.“ Dass sowohl Seidenberg als auch Goc jedes Jahr mit den Adlern ins Sommertraining starten, mache auch Vieles einfacher.

    Vorbilder für den Nachwuchs
    Teal Fowler erhofft sich aber nicht nur für das Profiteam eine Menge von den NHL-Stars: "Solche Vorbilder vor Ort zu haben, hat einen großen Effekt auch auf den Nachwuchs. Dennis lebt als NHL-Spieler und Stanley-Cup-Sieger den Traum von allen Eishockeyspielern. Und Marcel ist bei jedem Training der Erste und der Letzte auf dem Eis."

    Links
    Ehrhoff hilft den Pinguinen
    Auch Jochen Hecht, wie Seidenberg ein Juwel aus der Mannheimer Nachwuchsarbeit, könnte ein Comeback bei den Adlern feiern. Hecht wolle die Situation in Nordamerika zunächst weiter beobachten, so Fowler. Sollte der Lockout länger dauern, sei es jedoch durchaus möglich, dass auch er nach Mannheim kommt.

    Der Mäzen macht's möglich

    Was sich die Clubführung die Stars aus der NHL kosten lässt, will der Manager nicht verraten. Für Seidenberg soll angeblich eine monatliche Versicherungszahlung in Höhe von rund 20.000 Euro fällig werden. Auch für Marcel Goc dürfte eine fünfstellige Summe anfallen. Ob darüber hinaus Gehälter fließen, "das bleibt zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer", so Fowler. Am Hungertuch nagen Goc und Seidenberg jedenfalls nicht – ihre millionenschweren NHL-Gehälter werden aus der Streikkasse der Spielergewerkschaft NHLPA weitergezahlt.

    Marcel Goc

    Marcel Goc (Florida Panthers)

    Da die zusätzlichen Kosten für die Adler aus dem gemeldeten Etat nicht geleistet werden dürfen, bleibt nur die Finanzierung aus zusätzlichen Quellen. In Mannheim übernimmt diese Aufgabe die Familie Hopp, die im Mannheimer Eishockey wie auch beim Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim engagiert ist. Adler-Geschäftsführer Daniel Hopp, Sohn des Großindustriellen Dietmar Hopp, hat laut Fowler den Deal ermöglicht.

    Eingewöhnungszeit
    Aller Euphorie zum Trotz warnt Goc vor zu hohen Erwartungen: „Ein bisschen Eingewöhnungszeit brauche ich schon.“ Und, so fügt er lässig hinzu: "Ich muss mit Trainer Harry Kreis dann noch mal über das Spielsystem sprechen."

    Der NHL-Lockout

    Worum geht es im Tarifstreit?

    2004/05 fiel in der NHL eine komplette Saison aus – bisher einmalig im Profi-Mannschaftssport. Danach akzeptierten die Spieler drastische Gehaltskürzungen und Gehaltsobergrenzen. Nun will die Liga trotz Rekordeinnahmen von 3,3 Mrd. US-Dollar wieder Gehälter kürzen: Ihr Anteil an den Einnahmen der Clubs soll von 57 auf 48 Prozent sinken. Ein Kompromissangebot der Spieler in Höhe von 53 Prozent lehnte die Liga ab. Außerdem sollen Schlupflöcher bei den Gehaltsobergrenzen gestopft werden.

    Was sind die Argumente der beiden Parteien?

    Einige Clubs wie die Phoenix Coyotes haben regelmäßig finanzielle Probleme, während andere stolze Gewinne einfahren. Ein Finanzausgleich zwischen den Clubs sorgt für eine gewisse Linderung der Probleme. Die Spielergewerkschaft NHLPA hat vorgeschlagen, den Finanzausgleich noch zu stärken. Dies lehnt die Liga ab. Sie will die Spielergehälter insgesamt senken.

    Welche Folgen hat die Aussperrung?

    Seit dem 16. September sind die mehr als 700 NHL-Profis von ihren Clubs ausgesperrt und dürfen das Clubgelände nicht mehr betreten. Alle Vorbereitungsspiele bis Ende des Monats wurden gestrichen, der für den 11. Oktober geplante Saisonstart ist in weite Ferne gerückt. Wie lange die Aussperrung dauert, ist derzeit kaum absehbar. Viele Stars nutzen die Situation, um etwa in Finnland, Deutschland, der Schweiz oder in Russland zu spielen.

    Was denken die deutschen Stars über den Lockout?

    Auch die deutschen Lockout-Spieler Ehrhoff, Seidenberg und Goc unterstützen die Forderungen der NHLPA. „Die Besitzer wollen alles auf uns abwälzen“, sagt etwa Krefelds Christian Ehrhoff. Wie viele Spieler empfinden die deutschen Stars die Aussperrung als überflüssig und ärgerlich.

    27.09.2012
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