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22.05.2013

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Präsidentenwahl in Frankreich

Kleiner Mann kämpft ganz groß

Le Pen zeigt Sarkozy die weiße Karte

Marine Le Pen wird einen weißen Stimmzettel in die Urne werfen und Sarkozy nicht unterstützen. Ohne Wahlempfehlung von rechts sinken die Chancen des Präsidenten auf Wiederwahl deutlich.

Die französische Rechtsextreme Marine Le Pen hat ihren Anhängern am Dienstag keine direkte Wahlempfehlung für Präsidentschaftswahl am nächsten Sonntag gegeben. Sie werde für keinen der beiden Kandidaten stimmen, sondern einen "weißen Stimmzettel" abgeben, sagte Le Pen bei einer Kundgebung ihrer rechtsextremen Front National (FN) in Paris.
Was sind "Weiße Stimmen"?

Das "weiße Votum" hat in Frankreich Tradition - wird aber als ungültig gewertet.
In der ersten Runde am 22. April gaben fast 700.000 Menschen, rund 1,9 Prozent der Wähler, einen ungültigen Stimmzettel oder ein leeres Blatt ab. Die Wähler, die so abstimmen, sind in der Regel nicht mit den zur Wahl stehenden Kandidaten einverstanden.  Für die zweite Wahlrunde am Sonntag bietet eine Website sogar einen Vordruck an. "Das ist ein weißer Stimmzettel" steht darauf. "Ich interessiere mich für den Wahlvorgang und will kundtun, dass die Kandidaten, die antreten, nicht dem entsprechen, was ich von einem Präsidenten erwarte."

Le Pen kritisiert beide Kandidaten

Die Rechtsextreme, die in der ersten Wahlrunde fast 18 Prozent erreicht hatte, kritisierte den konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy genauso scharf wie den Sozialisten François Hollande.

Kurzporträts: Hollande und Sarkozy

François Hollande - der Sieger

Francois Hollande / Quelle: reuters

Der langjährige Chef der Sozialistischen Partei (PS) hat sich als linke Alternative zu Sarkozy positioniert. Gegner werfen dem 57-Jährigen jedoch Mangel an Regierungserfahrung vor. Hollande will unter anderem 60.000 neue Stellen im Bildungsbereich, ein teures Programm gegen Jugendarbeitslosigkeit und einen Spitzensteuersatz von 75 Prozent für Einkommen von mehr als einer Million Euro. 

Der Arztsohn Hollande studierte - wie auch Sarkozy - Jura. 1979 trat er in die PS ein. Im Kampf um einen Parlamentssitz unterlag er 1981 Jacques Chirac im Departement Corrèze. Später konnte er es mehrmals gewinnen. Privat lebte er mit der PS-Präsidentschaftskandidatin von 2007, Ségolène Royal, zusammen. Die beiden haben vier Kinder. Heute ist die Journalistin Valérie Trierweiler die Frau an seiner Seite.

Nicholas Sarkozy - der Verlierer

Nicolas Sarkozy / Quelle: ap

Sarkozy gehört zum konservativen Lager, liebt aber den Tabubruch. Mit seinen Initiativen zwingt der 57-Jährige Freund und Feind zu ständiger Bewegung. In Karikaturen wird er oft verspottet als "Super-Sarko". Im Wahlkampf setzte er unter anderem auf eine drastische Reduzierung der Einwandererzahlen. Wenn auf EU-Ebene Fortschritte im Kampf gegen illegale Migration ausblieben, wollte er einseitig die Grenze schließen.

Nach den Anschlägen in Toulouse versprach er ein härteres Vorgehen gegen islamische Extremisten. Sarkozys Verbündete in der Euro-Krise ist Kanzlerin Angela Merkel. Ihr deutsch-französisches Verhältnis machte unter dem Schlagwort "Merkozy" die Runde. Privat ist seine "First Lady" das singende Ex-Model Carla Bruni. Das Paar heiratete Anfang 2008 und hat eine gemeinsame Tochter. Nach der Niederlage in der Stichwahl um die Präsidentschaft kündigte Sarkozy seinen Rückzug aus der Politik an.

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In Umfragen liegt Amtsinhaber Nicolas Sarkozy hinter dem sozialistischen Herausforderer Francois Hollande. Jetzt geht es für Amtsinhaber Nicolas Sarkozy bei der Stichwahl um die Präsidentschaft um jede Stimme. Dabei wirbt er offensichtlich auch um Wähler aus dem rechten Spektrum. Die Integration in Frankreich funktioniere nicht, so Sarkozy. "Warum? Weil noch vor der Integration der bereits auf unserem Territorium empfangenen (Ausländer) andere eintreffen", sagte er dem Nachrichtensender BFM.

26.04.2012, Quelle: dpa
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