Schlacht im Teutoburger Wald (Spielszene).
Vor 2000 Jahren im Teutoburger Wald: Römer im Kampf gegen Arminius' Krieger (Spielszene)

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Kampf um Germanien (2/2)

Die Schlacht im Teutoburger Wald

Die Schlacht im Teutoburger Wald, hochgerüstete Römer gegen leichtbewaffnete Germanen - nicht nur Historiker beschäftigt dieser Kampf zwischen David und Goliath bis heute. Wie konnte Arminius die stärkste Armee der damaligen Welt bezwingen?

 
 
 

Arminius weiß, dass die disziplinierten Römer den eigenwilligen germanischen Stammeskriegern auf freiem Feld deutlich überlegen sind. Doch wie kein anderer kennt er die Schwachpunkte der Römer: In schwierigem Gelände sind sie verwundbar. Deshalb will er das Vertrauen, das Varus in ihn setzt, ausnutzen und die Römer in die unwegsamen Wälder Germaniens locken. Ein Ablenkungsmanöver soll die Römer auf die falsche Fährte bringen.

Arminius und erste römische Opfer (Spielszene).
Arminius und erste römische Opfer (Spielszene)

Doppeltes Spiel

Gerüchte über einen germanischen Aufstand machen die Runde - und bieten Arminius und seinen germanischen Hilfstruppen einen Vorwand, um sich als Vorauskommando abzusetzen. Fast wird sein doppeltes Spiel durchschaut: Segestes, der alte Clanführer der Cherusker und Verbündete Roms, versucht Varus zu warnen. Doch Varus schenkt den Anschuldigungen keinen Glauben. Für ihn ist es unvorstellbar, dass ein in Rom erzogener und für Rom kämpfender Soldat wie Arminius die Seiten wechseln könnte.

Zitatgalerie Historiker über die Schlacht.
Zitatgalerie Historiker über die Schlacht

Arminius und seine Vorhut indes, überfallen einen römischen Wachposten und setzen ihn weithin sichtbar in Brand. So heizen sie die Gerüchte über einen Germanenaufstand weiter an und lenken die Römer von ihrer normalen Marschroute ab. Je tiefer die Legionen in den Wald vordringen, desto weiter entfernen sie sich von ihren sicheren Versorgungswegen. Aber Arminius wartet ab - erst als die Römer nicht mehr umkehren können, schnappt seine Falle zu.

Römer befestigen ein Lager (Spielszene). Quelle: ZDF/Martin Christ
ZDF/Martin Christ
Römer befestigen ein Lager (Spielszene)

Flucht nach vorn

Wie reagieren die Römer auf die verheerenden Verluste des ersten Tages? Nach Standardverfahren legen sie ein Marschlager an und schaffen sich zumindest zeitweise eine Ruhezone. Über das weitere Vorgehen entbrennt ein Streit: Die Offiziere Numonius und Eggius wollen Varus davon überzeugen, sich zu verschanzen und Verstärkung zu holen. Aber immer noch zu stolz, um die Gefahr der Germanen ernst zu nehmen, befiehlt Varus den Weitermarsch. Er sieht den einzigen Ausweg in der Flucht nach vorn. In der Hoffnung, dass die Germanen nur auf fette Beute aus sind. Um schneller voranzukommen, lässt Varus den Tross zurück - und führt sich und seine Legionen ins Verderben.

Varusschlacht im Regen.
Dauerregen und Matsch: Römer mit schwerer Rüstung im Nachteil

Verlierer schieben ihre Niederlage gerne aufs Wetter - nicht anders die Römer, die den Untergang von Varus' Legionen mit dem unaufhörlichen Regen Germaniens entschuldigten. Wahrheit oder faule Ausrede? Tatsächlich könnte das Wetter eine Rolle gespielt haben: In den Wäldern und im Regen Germaniens kamen die Legionäre kaum voran und waren den Angriffen der Germanen ausgeliefert. Während die Römer mit ihrer schweren Ausrüstungen und ihrem Tross im morastigen Waldboden stecken blieben, waren die leichtbewaffneten Germanen dort in ihrem Element.

Edle Freiheitskämpfer?

Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurden die Germanen zu edlen Freiheitskämpfern stilisiert. Dabei hatten Arminius und seine Mannen durchaus auch profane Ziele. Funde aus Kalkriese, dem vermutlichen Ort der Varusschlacht, zeugen von systematischen Plünderungen. Eisen und andere Metalle waren wertvoll, weil schwer herzustellen. Eine der größten Leistungen des Arminius dürfte gewesen sein, die germanischen Stammeskrieger von wahllosen Plünderungen abzuhalten und seiner Taktik und Disziplin unterzuordnen.

Infobox

"Kampf um Germanien" in ZDFneo

Die zweiteilige Doku am 18. und 19 November 2009, jeweils um 20.15 Uhr.

Mit dem Fund eines antiken Schlachtfeldes in Kalkriese scheint nach Auffassung der Wissenschaft die Suche nach dem Ort der Varusschlacht beendet. Und dennoch bleiben Zweifel: Gibt es Diskrepanzen zwischen den Funden und den antiken Schriftquellen? Spektakuläre Fundstücke zeigen, welch interessante Rolle heute die so genannte Schlachtfeldarchäologie übernommen hat, die aus dem Fundmaterial Hinweise auf den Schlachtverlauf gewinnen kann. Und gerade Kalkriese als das derzeit größte entdeckte Schlachtfeld der Antike kann der Wissenschaft einmalige Erkenntnisse liefern.