Während die Zahl der vom Aussterben bedrohten Tierarten weltweit jährlich steigt, sind viele Tierpopulationen an Patagoniens Küsten mittlerweile stabil oder wachsen sogar. Dennoch gibt es viel zu tun. Dirk Steffens besucht Biologen und Zoologen, die in Südamerika auf unterschiedliche Weise für den Erhalt von Walen, Kondoren oder Pinguinen kämpfen.
Vor der Halbinsel Valdès unterstützt Dirk Steffens den Zoologieprofessor Mariano Sironi bei seinen Untersuchungen der Glattwale. Die intensive Jagd durch den Menschen hatte den südlichen Glattwal schon fast ausgerottet. Dank intensiver Schutzprogramme hat sich sein Bestand heute deutlich erholt.
Mariano, der seit 15 Jahren regelmäßig von Cordoba aus hierher kommt, kann über eine Foto- und Datenbank mehr als 2.000 Tiere identifizieren. Mit einer Armbrust entnimmt er den Tieren Hautproben, die er für eine genetische Untersuchung der bis zu 20 Meter langen Giganten benötigt.
In der Sierra Paileman trifft Dirk auf ein Team von Forschern, die Kondore auswildern. 22 Vögel sind es bereits, die ihren Platz an der Küste Patagoniens zurückerobern sollen. Mit einer Spannweite von bis zu drei Metern gleiten sie majestätisch über Dirk und die argentinischen Forscher hinweg. Alle Kondore in der Sierra stammen aus Buenos Aires. Die meisten sind im dortigen Zoo aus dem Ei geschlüpft.
Weiter geht es nach Punta Tomba, wo von Forschern der Universität Patagonien etwa eine halbe Million Magellanpinguine beobachtet wird. Zählen, vermessen, wiegen. Die Zahl der Pinguine ist einigermaßen stabil, nicht zuletzt dadurch, dass die Öltanker nicht mehr so nah an die Küsten heranfahren dürfen und somit die Verschmutzung zurückgegangen ist.
Auch wenn globale Umweltprobleme, wie Klimawandel und Umweltverschmutzung vor der Küste Patagoniens nicht halt machen, ist hier eines deutlich zu erkennen: An Orten, wo die Tiere konsequent geschützt werden, haben auch Arten wie der Andenkondor oder die Glattwale eine Chance.