Hauptnavigation:

Sie sind hier:

 

Terra X

 
Prinz Philipp und der Ball. Quelle: ZDF
Auf einem Ball lernt Kronprinz Philipp II. die schöne Margaretha kennen.

Märchen & Sagen: Schneewittchen und der Mord in Brüssel

Gefährliche Liebschaften

Liebesleben des Kronprinzen als Staatsangelegenheit

Ein Höhepunkt im Festkalender ist der große Ball von Binche. Vermutlich dort begegnet die hessische Grafentochter Kronprinz Philipp II. von Spanien. Die unerfahrene Margaretha lässt sich umschmeicheln.

 
 
 
 

Zwar ist ihr königlicher Verehrer als Schürzenjäger verschrien, doch schließlich will Margaretha ja ihren Landesvater frei bitten. Der Beginn einer verhängnisvollen Affäre - denn der frivole Galan zeigt plötzlich ernste Gefühle.

 

Infobox

Heimatforscher Eckhard Sander über die Last der Schönheit:

"Philipp II. von Spanien war verliebt in Margaretha. Das passte offensichtlich nicht in die stolze spanische Hofpolitik. Sie ist praktisch Opfer ihrer Schönheit geworden. Und nichts anderes klingt in dem Märchen Schneewittchen an. Schneewittchen ist so schön, die böse Stiefmutter entwickelt ihren Hass und ihren Neid und sie versucht, ihr nach dem Leben zu trachten."

Maria von England. Quelle: ZDF
ZDF
Statt Margaretha muss Philipp Maria von England heiraten.

Vage Eindrücke

Die Gerüchteküche brodelt, die Emotionen kochen hoch. Denn das Liebesleben des Kronprinzen ist keine Privatsache, sondern Staatsangelegenheit. So zwingt Karl V. den Sohn, die eigene Tante zu heiraten - die unattraktive, elf Jahre ältere Maria von England. Was aber geschah mit der unglückseligen Margaretha? Das Hessische Staatsarchiv in Marburg hütet Dokumente, die einen vagen Eindruck von ihrem Befinden vermitteln.

 

In den Hinterlassenschaften der Grafen von Waldeck schlummerten lange unentdeckt drei Briefe, die das Töchterlein aus der Ferne an seinen Vater schrieb. Da Heimatforscher Eckhard Sander an eine Parallele zwischen Margarethas und Schneewittchens Geschichte glaubt, will er herausfinden, ob auch die Adlige aus Waldeck aus dem Weg geräumt werden sollte.

 
Margarethas Brief. Quelle: ZDF
ZDF
In ihren Briefen erwähnt Margaretha nichts von ihrem geheimen Auftrag.


Sehnsucht nach dem Vater

Die Briefe klingen heiter. Das Mädchen plaudert über Anschaffungen und Ausgaben, über seine Gesundheit und die Sehnsucht nach dem Vater. Vom Alltag am Hof, von Problemen oder Gefahren ist keine Rede. Margaretha erwähnt nicht einmal ihre diplomatische Mission. Verwunderlich auch, dass sie kein einziges Wort über potenzielle Heiratskandidaten verliert. Immerhin sollte sie auf dem Brüsseler Parkett unter die Haube kommen.

 

Hatte ihr Maria von Ungarn einen Maulkorb verpasst? Oder wurden Schreiben vernichtet, um die skandalöse Liaison mit Philipp zu vertuschen? Brisante Themen aus dem Dunstkreis höfischer Spielregeln, die noch im Verborgenen liegen. Obwohl sich die Hofjungfer nur wenig offenbart, entwirft der Historiker Dr. Gerhard Menk anhand der Briefe ein grobes Profil ihrer Persönlichkeit.

 

Infobox

Historiker Dr. Gerhard Menk über Margarethas Anpassungsfähigkeit:

"Wir kennen Margarethas Schrift. Sie muss durchaus von gehobener Bildung gewesen sein. Außerdem ist wohl ganz eindeutig, dass sie sich den Verhältnissen am Hof relativ schnell angepasst hat. Dass sie den Möglichkeiten, die ihr der Hof geboten hat, durchaus so entsprochen hat, wie man das von einer kleinen Grafentochter nicht unbedingt erwarten durfte. Wenn man Bildung und Schönheit zusammen nimmt, dann hat sie das für den Hochadel am Brüsseler Hof durchaus anziehend gemacht."

 
 
 
  • del.icio.us
  • digg
  • facebook
  • twitter
  • myspace
  • mrwong
  • webnews
  • yigg