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12. Februar 2012
 

ZDFneo

 
Und in Texas bedeutet Anpassung auch Kirchenbesuch!. Quelle: ZDF
Nadine: Austauschschülerin in Texas

neoDokus

Einmal Texas und zurück

Zum Schüleraustausch in die USA

Alkohol: tabu. Ausgangssperre: ab 22 Uhr. Kirche: jeden Sonntag. Wer zu spät zur Schule kommt, sitzt nach - den ganzen Tag. In Texas ticken die Uhren anders. Nadine muss grinsen: "Da muss ich mir noch ein paar Tricks einfallen lassen." Nadine ist 17 und zum Schüleraustausch in Tyler in Texas.

 
 
 

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Sendedaten

Sehen Sie die Doku am Sonntag, den 27. Juni um 2.20 Uhr.

So früh war sie sonntags lange nicht mehr auf den Beinen: Es ist 7.30 Uhr, und Nadines Gastfamilie ist frisch geschniegelt für den Gottesdienst. Weihnachten, vielleicht noch ein, zwei Mal im Jahr geht Nadine zu Hause in die Kirche. In ihrer US-Familie läuft das alles anders. Hier und heute kann sie sich nicht drücken. Also wird sie erst zur Messe und dann zur Bibelschule gehen - wie wohl jeden Sonntag der nächsten Monate.

 

"Das ist eine andere Welt"

Nadine ahnt, dass Texas eine ganz neue Erfahrung für sie wird: In ihrer Gastfamilie gibt es einen echten Cowboy, draußen giftige Spinnen, ein Hurrikan nimmt gerade Kurs auf die Stadt, es ist 20 Grad wärmer als in ihrer Heimat Mühlheim, und ihre Gastschwestern gehen abends zu Starbucks oder zum Bowlen statt in Bars.

 
Großes Kribbeln verspürt jeder Austauschspieler beim Abflug ins Ausland. Quelle: ZDF
ZDF
Abflug ins Ungewisse: Nadine kurz vor vor dem Check-In.

"Sie sehen aus wie wir, aber das ist mal eine andere Welt!" Dabei hat das Jahr erst angefangen, Nadine ist vor zwei Tagen angekommen. Elf Stunden Flug, der Jet-Lag und die vielen Tränen am Flughafen stecken ihr noch in den Knochen. Ein Jahr wird sie nun hier bleiben: in Tyler, mitten in Texas.

 

Hartes Auswahlverfahren

Tausende deutsche Schüler machen sich jedes Jahr wie Nadine auf, um ein Jahr in einer anderen Kultur und in einem anderen Schulsystem irgendwo auf der Welt zu verbringen - von Neuseeland bis Südkorea, von Südamerika bis Singapur. Viele sind neugierig, viele folgen dem Rat der Eltern, früh die internationale Bühne zu betreten und dem deutschen Schulabschluss etwas Glanz durch ein Auslandsjahr zu verpassen.

 

Die Jugendlichen reisen mit Austauschorganisationen, die oft durch ein hartes Auswahlverfahren entscheiden, wen sie schicken. Wer hier genommen wird, verbringt ein Jahr bei einer Gastfamilie im Ausland, muss Sprachbarrieren überwinden und mit fremden Sitten und Gebräuchen klarkommen - Heimweh inklusive. Dafür gibt es ungefilterte Einblicke in ein anderes Land und für viele ein intensives Jahr voll neuer Freundschaften und Erfahrungen.

 

Ein Jahr begleitet

"Ich habe sie ins Herz geschlossen wie meine eigene Familie", sagt Nadine zehn Monate später. Ihr Flug geht in zwei Stunden - zurück nach Deutschland. Ihre Gastfamilie, ihre beste Freundin, ihr Freund - alle sind gekommen, um Nadine am Provinzflughafen von Tyler zu verabschieden. Genau zehn Monate verbrachte die Austauschschülerin in der kleinen Stadt südwestlich von Dallas.

 

Es war ein knappes Jahr voller Höhen und Tiefen, gespickt mit kleinen und etwas größeren Kulturschocks, mit Heimweh und Highschool, vielen Verehrern und neuer Familie. Ob es die strengen Regeln im Haushalt, der Konflikt von Schwarz und Weiß oder das Leben im Bible Belt, der bibeltreuen Region im Süden der USA, waren: Für Nadine schien Texas nicht 8000 Kilometer von ihrer Heimat entfernt zu sein, sondern Welten.

 
 
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