Kein Ereignis nach dem Ende des 2. Weltkrieges hat so tiefe Spuren im kollektiven Gedächtnis der Deutschen hinterlassen wie der Fall der Berliner Mauer im November 1989. Fast 20 Jahre danach lässt Gero von Boehm die schicksalhaften Augenblicke der Entscheidung, der Euphorie und der vorausgehenden Auflösung eines Regimes noch einmal aufleben.
Am Sonntag, 8. November 2009 um 0.15 Uhr. Sehen Sie auch den zweiten Teil der Doku am 8. November um 1 Uhr.
Die Dokumentation erzählt den "Countdown" von Silvester 1988 bis zum Mauerfall. Aber auch der Alltag in der DDR mit all seinen Widersprüchen wird noch einmal wach.
Schon zu Beginn des Jahres 1989 ist klar, dass die DDR wirtschaftlich am Boden liegt. Die Machthaber im Zentralkomitee der SED und im Politbüro wollen das ebenso wenig wahrhaben wie das Erstarken der Protestbewegung und die immer lauter werdenden Rufe nach Reisefreiheit. Die Stasi rüstet auf, ihre Methoden werden subtiler und brutaler zugleich.

Menschen, die Ausreiseanträge stellen, werden bespitzelt, viele von ihnen landen als politische Gefangene in Gefängnissen. Ein junges Paar baut noch im März einen Heißluftballon, um in den Westen zu fliehen, andere bereiten schon die Flucht nach Ungarn vor.
Moskau ist zu dieser Zeit schon klar, dass Erich Honecker und sein Politbüro am Ende sind und dass die DDR keine Zukunft hat. Aber noch stehen eine halbe Million russischer Soldaten und 10.000 Panzer im Zentrum des Landes. Authentische Berichte von Menschen, die damals Unglaubliches erlebten, aufregendes und teilweise unbekanntes dokumentarisches Material sowie Interviews mit den wichtigsten Protagonisten der internationalen politischen Bühne machen den Film zum Ereignis.

Michail Gorbatschow, Eduard Schewardnadse, George Bush, James Baker, Helmut Kohl, Hans-Dietrich Genscher, Bundeskanzlerin Angela Merkel und viele andere erzählen detailliert vom damaligen Geschehen. Der Film lässt ein ebenso dichtes wie dramatisches Bild der ersten Monate im Schicksalsjahr der Deutschen entstehen.