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Sieben Zwerge. Quelle: ZDF
"Sieben Zwerge" sorgten für Schneewittchen - gibt es einen realen Hintergrund?

Märchen & Sagen: Schneewittchen und der Mord in Brüssel

Die "Zwerge" von Bergfreiheit

Unverkennbare Parallelen zur Märchenwelt

Schneewittchen hatte noch einmal Glück und war dem Tod knapp entronnen. Den besorgten Zwergen versprach sie, künftig auf der Hut zu sein und keinen Fremden mehr ins Haus zu lassen. So konnten ihre Beschützer getrost zur Arbeit gehen.

 
 
 
 

Zwergengestalten, die von früh morgens bis spät abends in einem Bergwerk schuften sind keine Fiktion, sondern ein Motiv mit realem Hintergrund. Und wieder mit einer Verbindung zu Margaretha.

 

Menschen von kleinem Wuchs

Ihr Bruder Samuel eröffnete 1561 die Kupfermine Bergfreiheit nahe Waldeck. Das Schürfen nach Erz war für die gesamte Region ein lukratives Geschäft. Als Kandidaten für den schweren Job eigneten sich nur Menschen von kleinem Wuchs. Die Überlieferung tituliert sie häufig als Zwerge.

 
Unterirdische Stollen. Quelle: ZDF
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In unterirdischen Stollen mussten die Halbwüchsigen bis zu zehn Stunden arbeiten.


Die engen Stollen waren nur 75 bis 80 Zentimeter hoch. Halb auf der Seite liegend, schoben sich die Wichtel auf dem so genannten Achselbrett mühsam voran. In fast völligem Dunkel - nur bei spärlichem Fackelschein - brachen sie das Material los. Eine Schicht dauerte acht bis zehn Stunden. Der Einsatz von Kindern und Jugendlichen gehörte damals zum Alltag. Sie waren billige Tagelöhner, die ohne zu murren ihre Gesundheit aufs Spiel setzten. Viele Familien lebten in so großer Armut, dass die Jüngsten ihr Zubrot unter Tage hart verdienen mussten.

Eckhard Sander. Quelle: ZDF
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Heimatforscher Eckhard Sander weiß einiges über die "Zwerge" zu berichten.

Erschütternder Bericht

Selbst die schmächtigsten Burschen litten unter der Enge im Inneren des Berges. Ständig drohte Steinschlag, den auch die Gugel - eine Art Kapuze - nur wenig abfederte. Jedem kroch die Nässe in die Knochen. Erschütternd der Erlebnisbericht des 14-jährigen Friedrich Ebert: "Beim Einfahren in den Schacht hatte ich mich vor Angst am Rockzipfel meines Vordermanns festgehalten. Wir mussten im Nassen mit Holzbrettern an Arm und Bein trekken. Dabei wurde der Kopf oft eingeklemmt. Mit dem Fuß musste man den Förderwagen hinter sich her ziehen, um ihn sicher zu transportieren. Da weinten wir oft bitterlich, da wir uns beim Trekken das Kreuz aufrissen, dass es wie eine Landkarte aussah."

 

Damit nicht genug. Die Arbeit unter Tage rief schwere chronische Krankheiten hervor, ganz abgesehen von den seelischen Schäden. Die Gebrechen zwangen die meisten Bergjungen ins frühe Grab.

 

Infobox

Heimatforscher Eckhard Sander über die Auswirkungen der Bergarbeit auf Kinder:

Kinder sind noch in der Entwicklungsphase. Wenn diese Kinder einen ganzen Tag oder wochenlang das Sonnenlicht nicht sehen, bleiben sie im Wachstum zurück, sie verwelken. Wenn man so will, haben diese Kinder weder eine Kindheit erlebt noch haben sie ein Erwachsenendasein erlebt. Sie sind praktisch im Bergwerk zum Greis geworden. Wenn die Kinder mit ihren Kappen ans Tageslicht kamen, sah es für den Vorbeigehenden so aus, als kämen Zwerge aus dem Berg."

Ein-Zimmer-Haus. Quelle: ZDF
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Ein-Zimmer-Haus im Ort Bergfreiheit

Die Heinzelmännchen von Waldeck

Auch im Märchen der Brüder Grimm sind die Zwerge eine verschworene Gemeinschaft mit einer wichtigen Mission. Sie wissen, was Not bedeutet und teilen ohne Vorbehalt das bisschen, was sie besitzen. Sogar ihre winzige Hütte.
Das Einzimmerhaus für kleine Menschen ist ein Wahrzeichen des idyllischen Ortes Bergfreiheit. Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es eine vergleichbare Architektur. Die Grundfläche der ältesten Gebäude betrug nicht mehr als 20 Quadratmeter.

 

Infobox

Eckhard Sander über Bergmannshäuser im Märchen:

"Das ist nahezu identisch, wie es in dem Märchen beschrieben ist. Dort heißt es auch: 'Als Schneewittchen in das Haus kommt, da ist ein Tisch mit sieben Tellerlein, sieben Löffelein, sieben Gäbelein, sieben Becherlein und an der Wand sieben Bettlein.' Es muss Wohn- und Schlafraum in einem gewesen sein. Was in dem Märchen beschrieben wird, ist durchaus ein Bergmannshaus."

 
 
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